Seit gestern Abend eröffnet die Ausstellung „Falling up“ im Kunsthaus Graz abseits gewohnter Orientierung neue Perspektiven. Die gelungene Auseinandersetzung der Künstlerin Eva Schlegel – kuratiert von Katia Huemer – lädt dazu ein, Raum und Wirklichkeit nicht als feststehende Größen zu verstehen. Sondern als dynamische und subjektive Erfahrungen. Bis 29. März 2027.
Was passiert, wenn oben plötzlich unten ist? Mit ihrer Ausstellung „Falling up“ lädt die österreichische Künstlerin Eva Schlegel dazu ein, gewohnte Perspektiven hinter sich zu lassen. Am Donnerstagabend wurde die Schau – ein multimediales Oszillieren, das tiefen Einblick in Schlegels umfassendes OEuvre gewährt – im Kunsthaus Graz bei regem Andrang eröffnet. Was Besucher:innen über die Eröffnung hinaus erwartet: Spiegelnde Skulpturen, verschwommene Architekturen und digitale Weltraumansichten lassen die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen. Schlegel spielt mit unserer Wahrnehmung und schafft Räume, die uns teils orientierungslos zurücklassen.
Unter den zahlreichen Gästen herrschte große Begeisterung.
Großangelegtes Raum-Experiment
Die Ausstellung trifft damit einen Nerv der Gegenwart. In einer Zeit, die von globalen Krisen und Unsicherheit geprägt ist, wird Orientierungslosigkeit häufig als etwas Bedrohliches erlebt. Schlegel eröffnet eine andere Lesart: Wer vertraute Bezugspunkte verliert, kann auch neue Perspektiven gewinnen.
Die Ausstellung eröffnet künstlerische Räume und damit neue Perspektiven.
© Bildrecht Wien, J.J. Kucek, Kunsthaus Graz„Die Ausstellung ist insgesamt eine Zusammenschau unterschiedlicher Werkgruppen, die Eva Schlegel über längere Zeit entwickelt und immer wieder weiterführt, und von Arbeiten, die neue Aspekte ihrer Auseinandersetzung mit Raum sichtbar machen“, so die Ausstellungskuratorin Katia Huemer. „Falling up“ verbindet demnach künstlerische Experimente mit Fragen, die weit über den Ausstellungsraum hinausreichen: Wie entsteht unsere Wahrnehmung? Wie verändert sich unser Verhältnis zur Welt, wenn gewohnte Grenzen ins Wanken geraten? Und was lässt sich entdecken, wenn wir uns auf das Unbekannte einlassen?
Die Ausstellung liefert darauf keine eindeutigen Antworten. Stattdessen fordert sie dazu auf, genauer hinzusehen – und die eigene Position immer wieder neu zu hinterfragen.

