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Neues Austro-"Tatort"-Duo dreht: "Chemie und Story stimmen"

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++ HANDOUT ++ Miriam Fussenegger und Laurence Rupp beim Dreh zu ihrer ersten Folge
©Petro Domenigg, ORF, APA
Am Margaretengürtel rauschen die Autos vorbei, in den Innenhöfen des Reumannhofes spürt man davon nichts: Der Blauregen blüht und duftet, Kinder spielen im Hof, Bewohner schlendern vorbei. Aktuell ist der von 1924 bis 1926 errichtet Wiener Gemeindebau ein Filmset: Die Schauspieler Laurence Rupp und Miriam Fussenegger stehen für ihren ersten Austro-"Tatort" namens "Krähen im Hof" vor der Kamera. Sie folgen dem beliebten Duo Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer nach.

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"Die Fußstapfen sind groß", sagt ORF-Programmchefin Stefanie Groiss-Horowitz in Anspielung auf den Abschied vom beliebten Ermittler-Duo Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) beim Set-Besuch. Aber: Nach zehn Drehtagen könne man schon beurteilen, dass "Chemie und Story stimmen", sagt sie.

"Die Neuaufstellung eines 'Tatort'-Teams gehört zu den letzten großen Abenteuern im Fernsehen", betont ORF-Fernsehfilmchefin Katharina Schenk. Wie andere Sender auf der deutschsprachigen "Tatort"-Landkarte setzt man mit den Neuen auf Verjüngung und ein urbanes Setting. Für das Wiener Kommissariat sei man von der typischen Paarung abgekommen und hätte eine Konstellation gefunden, in der beide familiär verbandelt sind. Charlie Hahn (Miriam Fussenegger) und Alex Maleky (Laurence Rupp) sind Halbgeschwister und treffen nach Jahren im neuen Job wieder aufeinander. "Tatort"-Redakteur Bernhard Natschläger sieht darin ein "Alleinstellungsmerkmal".

"Und bitte!" ruft jemand. Die Kamera läuft: In Jeans und College-Jacke steht Rupp breitbeinig da, der von ihm verkörperte Ermittler kaut einen Zahnstocher. Miriam Fussenger, ebenfalls in Jeans, läutet an der Sprechanlage und will hinein. "Wir wareten jetzt da!", sagt sie. Einmal klemmt die Tür, dann ist die Szene im Kasten. Es folgt ein Szenenwechsel.

"Der Alex ist ein Wiener Original aus dem 11. Wiener Bezirk. Er hat es nicht so leicht gehabt und ein paar Mal die falsche Abzweigung genommen", beschreibt Laurence Rupp im Gespräch mit der APA seine Figur. Zum richtigen Zeitpunkt hätte dieser die Kehrtwende noch geschafft. Er sei ein "Ermittler mit Herz und Menschlichkeit." Charlie hingegen, so Miriam Fussenegger über ihre Figur, sei ein "Kopfmensch und eine leidenschaftliche Polizistin, die sich als Chefin erst beweisen muss".

"Einer der Protagonisten ist der Gemeindebau. Der ist als Location sehr speziell, aber ästhetisch betrachtet ein Traummotiv: Wo immer du die Kamera raufhältst, ist es super zum Anschauen", sagt Dominik Hartl zur APA. Der Regisseur der Serie "School of Champions" oder des Genrefilms "Die letzte Party deines Lebens" setzt nach dem "Tatort"-Fall "Azra" aus dem Jahr 2023 erneut ein Drehbuch von Sarah Wassermair um. "Wir erzählen eine sehr wienerische Geschichte: Sie ist lustig, aber zwischendurch auch richtig dunkel und tut weh." Das Duo muss den Mord an einem Bewohner klären, der aus dem Fenster zu Tode stürzte - und die Liste an Verdächtigen ist lang, auch die Ex-Frau des Opfers hätte ein Motiv. Nicht alle Figuren in diesem Gemeindebau-Mikrokosmos haben eine Freude mit der Anwesenheit der Kriminalpolizei.

Im Gegensatz zu den echten Bewohnerinnen und Bewohnern der rund 450 Wohnungen, die "sehr entgegenkommend" und "stolz auf ihren Gemeindebau" seien, erzählt der Filmemacher. Einige der Wohnungen werden nun zur Kulisse des Fernsehkrimis, in dem in weiteren Rollen u.a. Assistentin Meret Schande (Christina Scherrer), Sibylle Kos, Rainer Bock, Rina Junika, Thomas Frank, Arda Aksoy, Zeynep Alan mitwirken.

"Es ist eine hohe Energie zwischen dem neuen Duo spürbar", erklärt der Regisseur. Miriam Fussenegger und Laurence Rupp kennen einander schon seit ihrem Schauspiel-Studium am Max Reinhardt Seminar. "Wir haben die Kennenlern-Phase überwunden, unsere Zusammenarbeit ist sehr schnell sehr tief geworden", berichtet Rupp. Seine Kollegin sagt über ihn und das "geschwisterliche" Zusammenspiel: "Laurence ist sehr lustig." Er bringe eine gewisse Leichtigkeit ans Set, denke viel mit, hinterfrage Dinge. "Er fordert sich und alle anderen." Es sei toll, auf einer Vertrauensbasis aufbauen zu können. Der eine oder andere Konflikt zwischen den Halbgeschwistern soll, verrät der Regisseur, aber im Drehbuch veranlagt sein.

Produziert wird der Fernsehkrimi von der e&a film. Produzent Markus Pauser bezeichnet sich selbst als "Tatort"-Fan und freut sich über den "bilateralen Gedanken im deutschsprachigen Raum". Die Ausstrahlung von "Krähen im Hof" ist für 2027 geplant, heuer wird laut ORF noch ein weiterer "Tatort"-Fall mit Miriam Fussenegger und Laurence Rupp gedreht. Davor ist das Fernsehpublikum aber noch mit dem Abschied des liebenswert-grantelnden Teams Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser konfrontiert. Am Sonntag ermitteln die beiden in Katharina Mücksteins Folge "Gegen die Zeit" in einer sozialpädagogischen WG, bevor die langgedienten TV-Ermittler im zweiten Halbjahr 2026 mit ihrem finalen Fall "Dann sind wir Helden" dann in die "Tatort"-Pension gehen.

(Von Julia Schafferhofer/APA)

(v.l.) Miriam Fussenegger und Laurence Rupps während Dreharbeiten zu erstem Austro-„Tatort“ - Premieren-Fall des Duos „Krähen im Hof“ (AT) erstmals in den Rollen des neuen österreichischen Ermittlungsduos Charlie Hahn und Alex Maleky.

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