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Guido Maria Kucsko: EPISODES im ArtSpace

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©Eszter Barabas

Für den ArtSpace des Sammlerpaares Kathrin Weber und Axel Anderl hat der Konzeptkünstler Guido Maria Kucsko eigene Arbeiten im Stil des film noir geschaffen – sie sind Bekenntnis einer Leidenschaft.

Es sind Geschichten, die das Leben schreibt. Kurze Augenblicke ebenso wie längere Momente. Eingefangen in einer Bildfolge aus zehn Einzelaufnahmen. Am Anfang und am Ende steht güldener Text auf schwarzem Grund – die Inschriften erinnern an Epitaphe, die hier wie ein Buch aufgeschlagen werden und die Geschichten dahinter visualisieren. Seit fünf Jahren widmet sich der Konzeptkünstler Guido Maria Kucsko bereits mit Ausschließlichkeit seinen sogenannten EPISODES. Diese in sich geschlossenen Bildserien – untrennbar mit dem Künstler verbunden – thematisieren alltägliche Eindrücken, die zu tiefphilosophischen Fragen führen. Ein Dialog, der anregt, nachzufühlen und weiterzudenken.

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Kucskos Arbeiten im Secret ArtSpace der ArtWorld Anderl/Weber

 © Eszter Barabas

Ten EPISODES for a Secret Place

Für die Ausstellung im versteckten ArtSpace des Sammlerpaares Kathrin Weber und Axel Anderl, einem exklusiven Begegnungsort für kunstsinnige Menschen, hat Kucsko eigene Werke geschaffen – „Ten EPISODES for a Secret Place“: An den weißen Wänden des modernen Lofts in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Manufaktur prangen kleine neben monumentalen EPISODES – was sie eint, ist die in Ästhetik und Erzählung an den film noir erinnernde Bildsprache. Mit einer Ausnahme: „Conceptual Artist disappearing in his black Rectangle“ – die Arbeit zeigt die Untrennbarkeit von Werk und Urheber. Damit ist sie auch Verweis auf Kucskos einstiges Tätigkeitsfeld als Anwalt für Immaterialgüterrecht. Ebendiese Untrennbarkeit unterstreicht auch seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem film noir und dessen fatalistischen Themen – sie ist Ausdruck und Bekenntnis seiner Leidenschaft für die düster-zynischen Kriminalfilme der 40er und 50er Jahre.

Doch was wäre der film noir ohne seine ikonischen, atmosphärischen Jazzklänge? Eine Frage, die sich auch Kucsko stellte. Die Antwort lieferte ihm Suno AI: Mit der KI-Software komponierte – besser gesagt, generierte – er kurzerhand seine eigene Filmmusik, die seine EPISODES auf eine intermediale Ebene hebt. Den kunstaffinen, geladenen Gästen der Ausstellung – darunter WAM-Geschäftsführer Klaus Albrecht Schröder, Künstler Jakob Gasteiger und Sammler Werner Trenker – bot sich damit am 14. Jänner ein multisensorisches Erlebnis. Ein performativer Abend für alle Sinne, der bei kulinarischen Köstlichkeiten und angeregten Gesprächen seinen erfolgreichen Ausklang fand.

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v.l.n.r. Kunstsammler Werner Trenker, der post-radikale Maler Jakob Gasteiger und Klaus Albrecht Schröder, WAM-Geschäftsführer und ehem. Generaldirektor der ALBERTINA

 © Eszter Barabas

Ausstellung im Abseits

Dass Anderl und Weber aktuell Kucskos Arbeiten präsentieren, kommt nicht von ungefähr. Seit September 2021 zeigen die beiden in den renovierten Loft-Räumlichkeiten – unter dem Titel „Kunst, Freunde!“ – neben renommierten Namen wie etwa Jungwirth, Brandl oder Gasteiger eben auch up-and-coming Positionen aus ihrer Sammlung österreichischer Gegenwartskunst. „Mit Guido Maria Kucsko verbinden uns gemeinsame Jahre in einer der größten Anwaltskanzleien Österreichs“, so Axel Anderl, der ebenso wie seine Partnerin als Anwalt tätig ist. Kathrin Weber: „Als Künstler haben wir ihn vor zwei Jahren bei einem Besuch in seinem Studio in Wien neu kennengelernt – die Verbindung von Text und Bild und die intellektuelle Herausforderung seiner Werke haben uns sehr angesprochen.“

Warum das Ganze? „Die Motivation unserer Sammlung liegt in der persönlichen Auseinandersetzung mit Künstler:innen und deren Werken“, so Weber. Eine Motivation, die man hier mit geladenen Gästen teilen möchte: „Der ArtSpace ermöglicht es in unserer Sammlung vertretenen Künstler:innen, ihre Werke abseits vom kommerziellen Kunstbetrieb in einem gehobenen Rahmen ausgewählten Gästen by invitation only zugänglich zu machen“, führt Anderl aus.

Wer dennoch einen Einblick in die exklusiven Events erhaschen möchte, kann der ArtWorld auf Instagram unter @artworldvienna folgen!

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