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Vernissage in Thalheim: „Amador & Comploj“ bringt Malerei und Glas in direkten Dialog

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©Zoe Goldstein

Im Museum Angerlehner trafen zur Ausstellungseröffnung zwei künstlerische Positionen aufeinander, die sich mit Wahrnehmung, Licht und Materialität auseinandersetzen.

Zwei Positionen, ein Thema: Wahrnehmung im Fokus

Am 11. April 2026 eröffnete im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels die Ausstellung „Amador & Comploj“. Die Schau, die bis 14. Juni läuft, vereint Werke des Malers Juan Amador und des Glaskünstlers Robert Comploj. Kuratiert von Klaus Albrecht Schröder, setzt sie auf eine unmittelbare Gegenüberstellung zweier künstlerischer Ansätze.

Im Zentrum steht dabei ein gemeinsames Thema: die Frage, wie Wahrnehmung entsteht und verändert werden kann. Die Ausstellung bringt Malerei und Skulptur in einen direkten Dialog, ohne dabei auf erzählerische Elemente zu setzen.

Malerei als Schichtung und Energie

Juan Amador, ursprünglich als Spitzenkoch international bekannt, widmet sich seit einigen Jahren konsequent der Malerei. Seine Arbeiten entstehen durch das Schichten und Verschieben flüssiger Farbe. Mit Rakeltechnik trägt er Pigmente auf, überlagert sie und verdichtet sie zu vibrierenden Bildräumen.

Die Werke sind nicht illustrativ angelegt. Stattdessen versteht Amador Malerei als Prozess aus Bewegung, Kontrolle und Risiko. Ziel ist es, Lichtwirkungen zu erzeugen, die nicht von außen kommen, sondern aus der Farbe selbst heraus entstehen.

Glas als „gefrorene Bewegung“

Robert Comploj arbeitet mit Glas als skulpturalem Material und rückt dessen widersprüchliche Eigenschaften in den Mittelpunkt. In der Serie „Liquid Drops“ hält er den Moment fest, in dem ein Tropfen auf eine Wasseroberfläche trifft und zurückfedert.

Diese Augenblicke überführt er in dauerhafte Formen. Ergänzt werden die Arbeiten durch die Serie „Collapse Columns“, großformatige, schwarze Glasstelen. Diese reduzieren sich formal auf eine archaische Grundform, verlieren jedoch durch das Material ihre physische Schwere und wirken zugleich lichtabsorbierend und immateriell.

Dialog von Licht, Zeit und Materie

Die Gegenüberstellung der Werke zielt auf grundlegende Gegensätze: Licht und Dunkelheit, Bewegung und Stillstand, Flüchtigkeit und Dauer. Während Amadors Arbeiten Licht aus Farbe generieren, macht Comploj Zeit sichtbar, indem er Bewegung im Glas fixiert.

Kurator Klaus Albrecht Schröder beschreibt die Ausstellung als ein Zusammenspiel zweier künstlerischer Systeme, die das Unsichtbare erfahrbar machen. Auch der Sammler Werner Trenker betont den gemeinsamen Anspruch, Kunst nicht nur sichtbar, sondern erlebbar zu machen.

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