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67. Wiener Kaffeesiederball: Kaffeehauskultur in der Hofburg

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©Katharina Schiffl

Rund 3.600 Gäste feierten am 23. Jänner 2026 den Wiener Kaffeesiederball in der Hofburg. Unter dem Motto „Wiener Kaffeehauskultur – Die Kunst der Gemütlichkeit“ verband der Ball Tradition, Musik und zeitgenössische Inszenierungen.

Ballnacht im Zeichen der Wiener Kaffeehauskultur

Zum 67. Mal haben die Wiener Kaffeesiederinnen und Kaffeesieder zum Kaffeesiederball in die Wiener Hofburg geladen. Unter dem Motto „Wiener Kaffeehauskultur – Die Kunst der Gemütlichkeit“ wurde das historische Gebäude für eine Nacht in ein großes Kaffeehaus verwandelt. Rund 3.600 nationale und internationale Gäste nahmen an der Ballnacht teil.

Der Kaffeesiederball versteht sich als Hommage an die Wiener Kaffeehauskultur, die als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt ist. Entsprechend standen nicht nur Kaffee und Mehlspeisen symbolisch im Mittelpunkt, sondern auch Musik, Architektur und Gestaltung.

Gestaltung und historischer Bezug

Das Ballmotto griff die künstlerische und textile Ausgestaltung traditioneller Wiener Kaffeehäuser auf. Als gestalterische Referenz diente unter anderem das Café Sperl, dessen Interieur auf Entwürfe aus dem Jahr 1926 zurückgeht. Das von Reinhold Völkel gestaltete Muster fand sich auch im Ballplakat 2026 wieder.

Ballleiterin Anna Karnitscher verwies darauf, dass das Bedürfnis nach Gemütlichkeit heute besonders groß sei. Dieses Lebensgefühl habe man bewusst in die Hofburg übertragen.

Eröffnung mit Tango und Walzer

Die Eröffnung des Balls war musikalisch den 1920er-Jahren gewidmet. Im Zentrum stand der Tango, der als prägender Tanz dieser Epoche interpretiert wurde. Für die Balletteinlage entstand eigens die Komposition „Tango goes electronic“, entwickelt von Miloš Todorovski gemeinsam mit Christof Cremer und Lukas Gaudernak. Gesungen wurde der Tango von Ivana Ecetová.

Die Choreografie von Lukas Gaudernak verband klassische Elemente mit moderner Bewegungssprache. Getanzt wurde sie von Mitgliedern des Wiener Staatsopernballetts, im Mittelpunkt stand die Halbsolistin Natalya Butchko. Sie sprang für die erkrankte Erste Solotänzerin Ketevan Papava ein.

Den traditionellen Abschluss der Eröffnung bildeten das Jungdamen- und Jungherrenkomitee sowie die Walzerformation der Tanzschule Elmayer unter der Gesamtleitung von Thomas Schäfer-Elmayer. Zu hören waren Werke von Johann Strauss Sohn, begleitet vom Wiener Opernballorchester unter der Leitung von László Gyüker.

Mitternachtseinlage und ESC-Bezug

Auch die Mitternachtseinlage blieb dem Tango treu. Todorovski und Ecetová präsentierten ein Programm, das klassische Tangostücke mit zeitgenössischen Bearbeitungen bekannter Pop- und Klassikwerke verband und sowohl als Konzert als auch zum Tanzen gedacht war.

Ein weiterer Programmschwerpunkt war dem Eurovision Song Contest gewidmet, der 2026 in Wien stattfindet. Die Band Bad Powells gestaltete im Festsaal ein Late-Night-Konzert als Tribute to ESC und präsentierte bekannte Beiträge aus der Geschichte des Wettbewerbs.

Gäste, Kunstfächer und Espressotasse

Unter den Ballgästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Medien, darunter Bundesminister Peter Hanke, Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner, Schauspieler Aaron Karl, Direktorin des Wiener Staatsopernballetts Alessandra Ferri sowie Christina Meinl.

Wie in den Vorjahren erhielten die Gäste beim Eintritt einen Kunstfächer, gestaltet von der Künstlerin Noushin Redjaian. Beim Verlassen des Balls wurde erneut eine eigens für den Kaffeesiederball entworfene Espressotasse von Julius Meinl ausgegeben.

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