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TOP 9 der Marktgärtnereien

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©Philipp Horak

Von Wien bis ins Waldviertel: Diese neun Marktgärtnereien zeigen, wie bio-intensiver Gemüseanbau auf kleiner Fläche funktioniert. Mit Fokus auf Qualität, Vielfalt und Direktvermarktung.

Die Idee ist uralt, wurde schon in mittelalterlichen Bauern- oder Klostergärten perfektioniert, versorgte Großstädte wie das Paris des 19. Jahrhunderts mit Frischgemüse, geriet mit der Mechanisierung der Landwirtschaft aber in die Defensive, beziehungsweise in Vergessenheit.

Mit dem Bestseller „The Market Gardener" holte der Kanadier Jean-Martin Fortier das Thema wieder vor den Vorhang: Hochwertige Gemüse aus bio-intensiver Landwirtschaft auf kleinstem Raum, mit geringem technischem Aufwand handwerklich produziert und so ertragreich, dass man davon leben kann. Das sind einige der besonders interessanten Beispiele dieser Marktgärtnereien in Österreich:

1. Krautwerk

Die Gourmet-Gärtnerei der Quereinsteiger Robert Brodnjak und Claudia Detz ist gewissermaßen der Mercedes unter den Marktgärtnereien. Sie beliefern Steirereck, Tian & Co. mit seltenen oder speziell von der Top-Gastronomie georderten Gemüsesorten. 2012 begannen die Ex-Manager mit dem Anbau spezieller Gemüse, der Betrieb wuchs rasch auf drei Hektar, 2019 dann die Entscheidung: Reduktion auf ein Hektar, kein Traktor mehr. Die Gastronomen stellen sich heute bei ihnen an, als „normaler“ Kunde kann man bei ihnen am Bauernmarkt am Karmelitermarkt einkaufen.

2. Bioschanze

Seit 2012 gibt es auch die Bioschanze, da übernahmen Galina Hagn und Florian Kothny eine kleine Bio-Gärtnerei im sogenannten Donaufeld nördlich der Alten Donau. Sie stellten auf biodynamische Bewirtschaftung um und erzeugen auf kleinem Raum über 60 verschiedene Gemüse, darunter viele Raritäten. Erhältlich ab Hof oder bei den Bauernmärkten am Nasch- und Kutschkermarkt.

3. Dirndln am Feld

Vor sechs Jahren beschloss die damals 24-jährige Tourismus- und Umwelt-Managerin Sarah Schmolmüller, mit ihren Händen fortan in der Erde wühlen zu wollen. Ihr Projekt „Dirndln am Feld“ zählt zu den besonders innovativen Projekten, sie beliefert das Who’s who der modernen Gastronomie – vom Mraz bis Mast – 50 Wochen mit Top-Gemüse. Abholung von Gemüsekörben siehe Website.

4. Gugumuck Market Garden

Andreas Gugumuck ist bekannt wie ein bunter Hund, vor allem wegen seiner Schneckenzucht in Wien-Favoriten. Er betreibt dort aber auch eine Marktgärtnerei, mit der er nicht nur sein Bistro und seine (großartige) Garten-Bar versorgt, sondern auch Gemüsekisterln befüllt, die man abonnieren kann.

5. Biosain

Die Gärtnerei von Tristan Toé und Jahwezi Graf war 2011 die erste Marktgärtnerei im Land. Gemüse im Waldviertel, das galt als unmöglich, die beiden bewiesen das Gegenteil, wenn man nur die richtigen Sachen anbaut. Biosain funktioniert als „Solawi“, als solidarische Landwirtschaft, an der man Anteile erwerben und mitarbeiten kann. Samen werden selbst vermehrt.

6. Samengreisslerei

Apropos Samen, die sind der Fokus des Marktgärtners Jan Jesch-Böhnhardt. Gemüse-Raritäten, Blumen und Kräuter bekommt man bei ihm aber nicht nur in Form von Bio-Samen (360 verschiedene) oder eingerext, sondern auch frisch im Bio-Kistl, das man sich abholen oder zustellen lassen kann.

7. Grand Garten

Alfred Grand gründete 2019 Österreichs ersten Forschungs- und Demonstrationsbauernhof, gilt als Pionier der Kompostierung mit Regenwürmern, wurde voriges Jahr mit dem europäischen „Top 50 Farmers“-Award ausgezeichnet. Die Forschungsergebnisse kann man in Form von Biogemüsekisterln abonnieren – inklusive Rezepttipps.

8. Wurzel aus zwei

Aus diesem Projekt ging eine der jüngsten Marktgärtnereien Österreichs hervor: Vor zwei Jahren starteten die früheren Grand-Garten-Mitarbeiterinnen Barbara Posch und Eva Ganzberger ihr eigenes Projekt in Perchtoldsdorf: Regenerative Landwirtschaft ohne Pestizide und mit minimaler Bodenbearbeitung auf 3.000 Quadratmeter Speckgürtel.

9. Raritäten-Eck

Fast ausschließlich von Marktgärtnereien beziehen Jasmin Böhm und Christoph Luif ihr Obst und Gemüse. Das Sortiment ist dementsprechend breiter als beim Abo-Gemüsekisterl, Auswahl und Qualität sind erstaunlich.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 20/2026 erschienen.

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