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Heute gehören Adipositas und Diabetes selbst in ärmeren Ländern zu den Volkskrankheiten. Zum ersten Mal in der Zivilisationsgeschichte sind mehr Menschen auf der Welt übergewichtig als untergewichtig. Dafür verantwortlich gemacht wird heute vor allem der übermäßige Zuckerkonsum. Viele Länder erheben deshalb inzwischen eine Steuer auf zuckerhaltige Softdrinks. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten:
Zu den Auswirkungen einer zuckerreichen Ernährung gibt es unzählige Studien.
Eine im "British Medical Journal" veröffentlichte Übersichtsarbeit hat die Ergebnisse von 73 Meta-Analysen mit Daten aus mehr als 8000 Einzelstudien zusammenfasst. Die wichtigsten Erkenntnisse:
In der Fachzeitschrift "Annual Review of Nutrition" findet sich eine Übersicht speziell zu zuckerhaltigen Getränken. Untersucht wurden 47 Meta-Analysen mit Daten von mehr als 22 Millionen Menschen.
Ergebnis: In fast 80 Prozent der ausgewerteten Analysen zeigten sich signifikante Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Softdrinks und negativen Gesundheitsfolgen. Besonders konsistent sind die Nachweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Depression, Karies und nichtalkoholischer Fettleber.
Mit Zucker gesüßte Getränke gelten laut WHO als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes.
Die Organisation empfiehlt, den Konsum zuckerhaltiger Getränke auf weniger als ein Glas pro Woche zu begrenzen. Schon regelmäßig kleine Mengen könnten gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
FazitKrankheiten wie Adipositas und Diabetes werden durch einen hohen Zuckerkonsum begünstigt. Andreas Pfeiffer, Ernährungsmediziner an der Berliner Charité, sagt: "Zucker ist schädlich, wenn man über längere Zeit viel davon isst."
Ganz ohne Zucker kommt kaum jemand aus. Entscheidend ist die Menge.
Als freier Zucker gilt:
Zucker, der in unverarbeiteten Lebensmitteln wie ganzen Früchten oder Milch natürlich enthalten ist, zählt nicht zum freien Zucker.
Die beiden wichtigsten Einfachzucker sind:
Haushaltszucker (Saccharose) besteht zu gleichen Anteilen aus Glukose und Fructose. Deshalb spricht man von Zweifachzucker. Er steckt in Süßigkeiten, Backwaren, Fertiggerichten und süßen Getränken.
Im Supermarkt finden sich noch andere beliebte Süßungsmittel:
Diese Zuckeralternativen bieten keine gesundheitlichen Vorteile, weil sie auf dieselbe Weise wie raffinierter Zucker verstoffwechselt werden, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Der enthaltene Zucker ist eine Kombination aus Glukose und Fruktose. Ernährungsphysiologisch sind die Produkte nicht gesünder als normaler Zucker, auch wenn sie natürlicher klingen.
Kurz gesagt: Zucker ist chemisch gesehen immer Zucker. Entscheidender ist, über welche Lebensmittel er aufgenommen wird:
"Eine halbe Flasche Orangensaft trinkt man schnell, aber man isst nicht fünf Orangen nacheinander", sagt Andreas Pfeiffer.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Monika Skolimowska
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Elisa Schu/Elisa Schu
