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Kinder mit Dyskalkulie haben häufig keine ausreichende Vorstellung von Mengen und Anzahlen entwickelt und bleiben deshalb lange beim zählenden Rechnen, oft mit Hilfe der Finger oder gedachter "Luftfinger", während andere Kinder einfache Aufgaben bereits automatisiert lösen.
Auch das Verhalten rund um den Matheunterricht kann Hinweise liefern. Manche Kinder reagieren zunehmend mit Unlust oder versuchen, alles zu vermeiden, was mit Rechnen zu tun hat. Eltern sollten solche Beobachtungen festhalten und mit der kinder- und jugendärztlichen Praxis besprechen. Unter Umständen können die Vorsorgeuntersuchungen eine passende Gelegenheit sein.
Ein frühes Erkennen ist wichtig, damit sich Schwierigkeiten und Belastungen nicht verfestigen. Sollte so eine Teilleistungsschwäche nicht frühzeitig erkannt werden, kann das Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind zur Folge haben und eine gesunde kindliche Entwicklung auf allen Ebenen bis ins Erwachsenenalter hinein behindern.
Eine Dyskalkulie können bei Kindern und Jugendlichen unter anderem Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten nach speziellen Leitlinien feststellen. In der Regel hilft es bei diagnostizierter Dyskalkulie nicht, einfach noch mehr zu üben oder mit unspezifischer Nachhilfe aufholen zu wollen, sondern eine spezielle Dyskalkulie-Therapie - individuell aufs Kind abgestimmt kann helfen, Probleme beim Rechnen deutlich zu mindern und den Verlauf der Rechenstörung positiv zu beeinflussen. Rechenschwäche ist kein Zeichen mangelnder Anstrengung. Je früher die grundlegenden Schwierigkeiten erkannt und gezielt mit professioneller Hilfe aufgearbeitet werden, desto eher lassen sich Belastungen für das Kind begrenzen.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Bernd Weißbrod/Bernd Weißbrod
