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Vegan wird man nicht einfach so. Dieser Schritt ist meist gut überlegt. Diese drei Gründe spielen dafür oft eine Rolle:
1. Tierwohl
Veganer möchten nicht dazu beitragen, dass Tiere bei Aufzucht, Haltung und Transport leiden. Viele lehnen es schlicht ab, dass Tiere für die eigene Ernährung und Lebensweise getötet werden.
2. Klimaschutz
Viehzucht schadet dem Klima.
3. Gesundheit
Vegan zu essen, hat laut Ernährungsmediziner Prof. Johannes Wechsler verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit:
Forscher vom Physicians Committee for Responsible Medicine fanden außerdem heraus, dass eine vegane Ernährung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis die Gelenkschmerzen lindert. Mögliche Erklärung: In tierischen Lebensmitteln stecken Omega-6-Fettsäuren, die als entzündungsfördernd gelten.
Wie einfach die Ernährungsumstellung fällt und wie der Körper darauf reagiert, ist sehr individuell und hängt auch davon ab, wie man sich vorher ernährt hat. Autorin, Ernährungsberaterin und Foodbloggerin Carina Wohlleben hat den Wandel zur Veganerin durchlebt. Das sind ihre Tipps für den Umstieg:
Eine Ernährungsumstellung von heute auf morgen kann hart sein - für den Körper und für den Kopf. Für Wohlleben hat der abrupte Umstieg nicht funktioniert. Das sei aber auch "totale Typsache", sagt sie.
Generell gilt: Für jemanden, der ohnehin schon viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte isst, ist der Umstieg einfacher. Kommen diese Lebensmittel alle neu auf den Speiseplan, kann das zum Beispiel zu Verdauungsproblemen führen, so Wohlleben.
Viele ernähren sich zuerst vegetarisch und werden dann vegan. Mit dieser Herangehensweise kann man sich langsam vortasten. Wenn die vegetarische Ernährung gut klappt, geht man den nächsten Schritt.
Es ist natürlich möglich, diesen Zwischenschritt zu überspringen, auch Carina Wohlleben hat es so geschafft. Wenn sie auswärts essen war, hat sie am Anfang allerdings viele Ausnahmen gemacht.
Generell rät Wohlleben, in kleinen Schritten umzusteigen - "natürlich schon immer mit dem Ziel vor Augen", sagt sie.
Wenn die Umgewöhnung schwerfällt, kann Folgendes helfen:
Mittlerweile gibt es sehr viele vegane Alternativen und Ersatzprodukte, die den Umstieg erleichtern können. Den Unterschied zum entsprechenden Fleischprodukt schmeckt man zum Teil gar nicht.
Wichtig ist laut Wohlleben, langfristig nicht ausschließlich auf solche Ersatzprodukte zurückzugreifen. Sie enthalten meist nicht die gleichen Nährstoffe wie die jeweiligen tierischen Lebensmittel. Stattdessen lieber mehr frische pflanzliche Zutaten verwenden.
Bis die neue Ernährungsweise im Bewusstsein angekommen ist, kann einige Zeit vergehen. Das ist normal und völlig in Ordnung.
Für manche könne der Umstieg auch ein emotionales Thema sein, sagt Wohlleben. Es ist nicht einfach, alte Gewohnheiten abzulegen und zum Beispiel auf den Gänsebraten an Weihnachten zu verzichten - oder den Topfenkuchen mit Eiern und Topfen, den die Oma immer gemacht hat.
Auch das Umfeld muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass du dich nicht mehr so ernährst wie früher. Du musst damit rechnen, dass du dich hin und wieder rechtfertigen musst. "Die Diskussionen werden ziemlich sicher kommen", weiß Wohlleben aus Erfahrung.
Erfolgserlebnisse helfen dabei, sich weiter zu motivieren. Die Foodbloggerin konnte durch die Umstellung auf vegane Ernährung mehrere positive Veränderungen an sich feststellen:
ARCHIV - 07.02.2022, Baden-Württemberg, Rottweil: Veganes Hack wird in einer Pfanne angebraten. Sieht aus wie Hackfleisch, schmeckt so ähnlich, ist aber aus Pflanzen hergestellt. (zu dpa: «Veggie-Burger & Co.: Fleischersatzproduktion sinkt nach Boom») Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++






