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Als gute Beispiele für Fragen schlägt Buschmann Eltern für einen Gesprächseinstieg vor: "Hey, was nervt dich selbst denn so auf Social Media?" Oder: "Wann merkst du, dass es dir guttut? Und wann kippt das Ganze?" Und: "Was wäre denn für dich hilfreich, wie können wir dich bei deiner Nutzung begleiten, damit das besser funktioniert?"
Auch das Ergebnis der Expertenkommission der Bundesregierung, die Handlungsempfehlungen für Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt erarbeiten sollte, eigne sich laut Buschmann als Gesprächseinstieg. Um das eigene Verhalten zu reflektieren, könne man so starten: "Hey, ich habe mitbekommen, dass hier ein Papier rausgekommen ist. Hast du davon schon gehört? Was ist deine Meinung?" Wichtig sei bei jedem Gespräch, sich auf die Ebene des Kindes zu begeben, um einen gemeinsamen Weg zu finden, so der Experte.
In vielen Familien sei nicht allein die Medienzeit das Problem, sondern die Art, wie darüber gesprochen werde. Eltern, die bei dem Thema nur noch Stress empfinden, empfiehlt der Experte erst mal durchzuatmen. Es könne helfen, "vielleicht mal eine Woche gar nicht über das Thema zu reden", und dann einen neuen Anlauf zu nehmen.
Buschmann hält es auch für schwierig, dass die Social-Media-Diskussion meist nur auf Kinder und Jugendliche reduziert wird. "Es wirkt, als hätten wir einen blinden Fleck, der vom allgemeinen Konsum, auch von Erwachsenen, ablenkt." Wichtig: Damit Regeln akzeptiert werden, müssten Eltern auch das eigene Verhalten kritisch prüfen. Es gehe um die Vorbildrolle.
Sinnvoll seien niedrigschwellige Ansätze statt harter Verbote. So könne die Familie gemeinsam auf die tägliche Medienzeit schauen – ohne Vorwürfe. Auch kleine Experimente könnten Druck herausnehmen, etwa: "Wir schalten als Familie sieben Tage die Push-Benachrichtigungen für soziale Medien aus." Anschließend lasse sich gemeinsam reflektieren: "Was hat sich für uns verändert? Wie hat sich das auf Stimmung, Stress, Fokus ausgewirkt?"
Ein abruptes Verbot hingegen schaffe oft ein "Vakuum", das schwer zu füllen sei. Sinnvoller sei "eine langsame, stetige Veränderung", die langfristig wirke.
Wenn Medienzeiten abnehmen, entsteht freie Zeit – und "einige Jugendliche haben tatsächlich gar nicht mehr gelernt, mit freier Zeit umzugehen", so Buschmann. Eltern könnten hier begleiten und attraktive Alternativen schaffen. "Dopaminalternativen", wie der Experte sagt, also Aktivitäten, "die auch einen kleinen Kick geben und Spaß machen".
ILLUSTRATION - Eltern können mit niedrigschwelligen, vorwurfsfreien Ansätzen zu einem entspannteren Umgang mit Social Media beitragen. (zu dpa: «Teenies und Social-Media: Weniger predigen, mehr fragen») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++






