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"Nachtschichtarbeiter weisen häufiger ungünstige Ernährungsgewohnheiten auf als Tagschichtarbeiter. Diese Unterschiede sind jedoch in der europäischen Arbeitswelt bisher unzureichend erforscht. Ziel dieser Studie ist es, Unterschiede im Ernährungsverhalten (Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, Essensfrequenz) in Abhängigkeit von der Nachtschichtbelastung (Vorgeschichte, Häufigkeit, Dauer) zu untersuchen, um die Einflussfaktoren auf Essensfrequenz, Mahlzeitenzeitpunkt und Lebensmittelauswahl während Nachtschichten zu analysieren (...)", schrieben Urte Klink (Institut für Public Health der Universität Bremen) und ihre Co-Autoren, darunter auch Wissenschafter aus Wien und Graz im "BMC Nutrition Journal" (doi: 10.1186/s12937-026-01320-y).
Die für die Analyse erhobenen Daten stammen aus einer Online-Umfrage zwischen Mai 2024 und Jänner 2025 in Österreich, Deutschland, Dänemark, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien. Insgesamt waren es 6.260 Probanden im Durchschnittsalter von 40,7 Jahren. 60,4 Prozent waren aktuell im Nachtschichtdienst, bei 19,6 Prozent handelte es sich um ehemalige Nachtschichtarbeiter. 20 Prozent arbeiteten ausschließlich am Tag.
Die Ergebnisse, so die Autoren: "Im Vergleich zu Tagschichtarbeitern berichteten aktuelle Nachtschichtarbeiter von einer signifikant häufigeren Nahrungsaufnahme (um den Faktor 1,21 öfter), einem häufigeren Konsum zuckergesüßter (um den Faktor 1,30 öfter) und koffeinhaltiger Getränke (Faktor 1,14) sowie einem geringeren Obstkonsum (Faktor 0,87)."
Eine höhere monatliche Nachtschichtbelastung und eine längere Dauer der Nachtarbeit waren jedenfalls mit einem ungünstigeren Ernährungsmuster verbunden. "Die meisten Nachtschichtarbeiter gaben an, ein- bis zweimal pro Nacht zu essen, typischerweise zu Beginn oder in der Mitte ihrer Schicht. Die Essenswahl wurde primär durch Appetit, Zeit und Verfügbarkeit von Lebensmitteln bestimmt", schrieben die Autoren.






