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Mittel zur Zahnaufhellung sind "oft besser als gedacht"

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Elf Do-it-yourself-Produkte fürs Zahnbleaching getestet
©Victoria Bonn-Meuser, APA, dpa
Produkte für die Zahnaufhellung zur Selbstanwendung sind mittlerweile "oft besser als gedacht", berichtete der Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Dienstag. Gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest wurden von elf geprüften Erzeugnissen fünf mit "gut" bewertet. "Sie hellen die Zähne innerhalb weniger Tage oder Wochen deutlich auf - teilweise sogar stärker als eine Behandlung in der Ordination", bilanzierten die Konsumentenschützer.

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Vier weitere Bleaching-Produkte erhielten eine "durchschnittliche", zwei eine "weniger zufriedenstellende" Bewertung. Die Preise lagen zwischen 5,99 Euro und 69,90 Euro. Untersucht wurden Klebestreifen, Seren und Gele für die Anwendung zu Hause. Im Fokus standen Bleichwirkung und Zahnschonung.

Alle Produkte konnten Verfärbungen zumindest teilweise reduzieren, einige hellten die Zähne sogar über den natürlichen Farbton hinaus auf. Ein Mittel zeigte zwar eine messbare, jedoch optisch kaum erkennbare Aufhellung, ein weiteres überzeugte die Testerinnen und Tester unter anderem im Bereich Zahnschonung nicht - beide wurden als "weniger zufriedenstellend" bewertet.

Die meisten Erzeugnisse setzen auf Wirkstoffe wie Wasserstoff- oder Carbamidperoxid. Dabei werden Farbteilchen im Zahn durch Oxidation farblos - ähnlich wie beim Blondieren der Haare. "Das funktioniert, ist aber nicht ohne Risiko", warnte VKI-Gesundheitsexpertin Angela Tichy. "Der Zahnschmelz kann vorübergehend an Härte verlieren. Das erhöht das Risiko für Zahnschäden." Im Test fanden sich auch zahnschonendere Optionen mit etwas weniger Bleichwirkung, dafür mit Bestnote bei der Verträglichkeit.

Die oft in Aussicht gestellte starke Aufhellung um mehrere Stufen in kurzer Zeit sei "nicht immer realistisch", betonte Tichy. "Zudem haben viele Menschen in Mitteleuropa von Natur aus eher gelblich-grauen Zahnschmelz. Ein strahlend weißes Hollywood-Lächeln darf sich daher nicht jeder erwarten."

Einen klaren Vorteil sehen die Fachleute trotz der großteils guten Ergebnisse bei der Behandlung in der Praxis bestehen: Zähne und Zahnfleisch werden zuvor gründlich untersucht, sodass das Bleichen unter sicheren Bedingungen erfolge. Grundsätzlich wird vor dem Bleaching eine Untersuchung in der Ordination empfohlen. Nur gesunde Zähne sollten gebleicht werden. Karies, undichte Füllungen oder freiliegende Zahnhälse können Schmerzen und Schäden verursachen. Beläge und Zahnstein sollten zuvor entfernt werden. Als Nachsorge sei normale Zahnpflege ausreichend. Bei vorübergehender Empfindlichkeit könne ein Fluoridgel helfen.

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