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Männer und Frauen profitieren gleichermaßen von Bypass-OP

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Frauen erreichten eine langfristige Verbesserung ihrer Lebensqualität
©APA, dpa-tmn, Florian Schuh
Eine Bypass-Operation wegen einer koronaren Herzkrankheit erhöhte bei Männern und Frauen etwa gleich stark die Lebensqualität. Bei Frauen tritt der Effekt allerdings etwas langsamer ein. Das hat jetzt eine Studie an der MedUni Wien/AKH ergeben.

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"Ziel der Studie war es, geschlechtsspezifische Verläufe der Lebensqualität nach isolierter koronarer Bypass-Operation (CABG) zu bewerten und den zeitlichen Verlauf der Lebensqualität bei Frauen im Vergleich zu Männern zu erfassen", schrieben Alissa Florian von der Klinischen Abteilung für Herz- und Thoraxchirurgie der MedUni Wien und ihre Co-Autoren, unter ihnen auch Herzchirurgen an deutschen Zentren, in "JTCVS Open" (doi: 10.1016/j.xjon.2026.101611).

Bei verengten Herzkranzgefäßen stehen mit Kathetereingriffen und den Bypass-Operationen mit dem "Verlegen neuer Koronargefäße" zwei Verfahren zur Verfügung. In dieser Untersuchung ging es um die chirurgischen Eingriffe, die vor allem dann erfolgen, wenn keine Katheterinterventionen möglich sind.

Zur Analyse der Veränderungen in der Lebensqualität nach Koronar-Bypass wurden die Daten von 2.465 Patienten, davon 432 Frauen, aus den Jahren 2026 bis 2019 herangezogen. Es handelte sich um Informationen aus einem europäischen Register. Die männlichen Patienten waren im Mittel 68 Jahre alt, die weiblichen Koronarkranken wiesen ein Alter von 72 Jahren auf. Etwa ein Viertel der Kranken hatte zuvor bereits einen Herzinfarkt erlitten. Etwa 75 Prozent der Eingriffe waren geplante Operationen. Rund 80 Prozent der Operierten hatten Gefäßverengungen an drei Koronararterien.

Insgesamt wiesen die Frauen zu Studienbeginn eine geringere Lebensqualität (Wert von 0,75 auf Skala bis 1) als die Männer auf (0,82). Bei den Nachuntersuchungen nach einem Monat, einem Jahr und anschließend jährlich bis zu vier Jahre mit entsprechenden Befragungen zeigte sich der größte Zuwachs an Lebensqualität bei den Männern bereits nach einem Monat (plus 0,04), während die Frauen die größte Verbesserung nach einem Jahr (plus 0,06) aufwiesen.

"Das Ausmaß der Lebensqualitätsverbesserung gegenüber dem Ausgangswert unterschied sich nicht signifikant zwischen den Geschlechtern", schrieben die Wissenschafter. "Obwohl bei Frauen die Genesung verzögert war und sie in der frühen Phase nach dem chirurgischen Eingriff unter einer größeren psychischen Belastung litten, erreichten sie letztendlich vergleichbare langfristige Verbesserungen ihrer Lebensqualität." Der immer wieder geäußerten Ansicht, dass Frauen weniger als Männer von Bypass-Operationen profitierten, würden die Ergebnisse der Studie nicht stützen.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Florian Schuh/Florian Schuh

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