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In den 1970er-Jahren hatten Wissenschafter bei Bohrungen im Mittelmeergrund riesige Salzlagerstätten gefunden, die darauf schließen lassen, dass hier das Wasser vor sechs bis 5,3 Millionen Jahren komplett verdunstet war, berichtete Haimerl (Institut für Geophysik der Universität Hamburg, Deutschland). Die Straße von Gibraltar war versiegelt und es fehlte Nachschub vom Atlantik. Dann bahnte sich dessen Wasser über einen Hunderte Kilometer langen Kanal wieder einen Weg ins westliche Mittelmeer und füllte es bis Italien, wo zwischen Sizilien und Afrika offensichtlich eine zweite Barriere war.
Haimerl hat mit Kollegen den Mittelmeer-Boden in diesem Gebiet mit "Reflexionsseismik" untersucht. Dabei werden Vibrationswellen durch den Untergrund geschickt und ihre Ausbreitung sowie Reflexion gemessen. Solche Daten verraten den Geophysikern die Formen und Dicken der verschiedenen Schichten. In diesem Fall zeigten sie Haimerl, dass zwei verhältnismäßig flache Kanäle in einen amphitheaterförmigen Canyon führten. "Es handelt sich um eine 20 Kilometer breite und über zehn Kilometer lange Struktur", so der Forscher: "Modellberechnungen ergaben, dass hier etwa 100 Milliarden Liter Wasser pro Sekunde abflossen." Der "Megawasserfall" führte so viel Material mit, dass sich unterhalb eine mehr als 800 Meter hohe Schwemmfläche anlagerte. "Dies war höchstwahrscheinlich der größte Wasserfall in der geologischen Geschichte", sagte er.
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