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Bei älteren Frauen wird die Sterberate durch Lungenkrebs noch steigen, hieß es in einer Presseaussendung zu der am Montag veröffentlichten Prognose. "Lungenkrebs ist in der EU weiterhin die häufigste Krebstodesursache bei beiden Geschlechtern", erläuterte Studienleiter Carlo La Vecchia von der Universität Mailand. "Die Sterblichkeitsrate bei Männern sinkt zwar weiter, wird aber 2026 immer noch fast doppelt so hoch sein wie bei Frauen." Die sich verringernde Geschlechterkluft spiegelt laut den Autoren den späteren Einstieg ins Rauchen und die langsameren Aufhörraten bei Frauen wider.
"Männer haben überall früher mit dem Rauchen angefangen als Frauen", betonte La Vecchia. "In den USA und Großbritannien begannen Frauen zwar früher mit dem Rauchen als Frauen in den meisten EU-Ländern, hörten aber auch früher wieder auf. Mittlerweile ist die Raucherquote in den USA und Großbritannien - mit unter zehn Prozent - niedriger als in der EU. Spanische und französische Frauen begannen später mit dem Rauchen als Frauen in anderen EU-Ländern, hörten aber auch später wieder auf. Dasselbe gilt für italienische Frauen, die aber ohnehin nie viel geraucht haben", berichtete der Mediziner.
"Unsere Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Auswirkung des Rauchens auf die Krebssterblichkeit", sagte La Vecchia. Tabakgesetze sind laut den Studienautoren nach wie vor ein Eckpfeiler der Lungenkrebsprävention und tragen auch zur Vorbeugung anderer Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs bei. Maßnahmen zur Einschränkung des Tabakkonsums haben demnach Millionen von Todesfällen durch Rauchen verhindert, doch ihre Durchsetzung ist in Europa weiterhin uneinheitlich.
"Eine Verschärfung der Besteuerung, die Umsetzung von Werbeverboten, die Schaffung rauchfreier Umgebungen und die Bereitstellung von Unterstützung bei der Raucherentwöhnung sind unerlässlich, um regionale und sozioökonomische Unterschiede zu verringern und eine nachhaltige Senkung der Krebssterblichkeit in ganz Europa zu erreichen", schlussfolgerten die Forschenden. "Darüber hinaus bleiben die Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas, die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten, die Kontrolle des Alkoholkonsums sowie der Ausbau und die Verbesserung der Umsetzung von Bevölkerungs-Screenings zur Früherkennung von Gebärmutterhals-, Brust- und Darmkrebs zentrale Strategien der Krebsprävention."
Die Forschenden analysierten die Krebssterblichkeitsraten in den 27 EU-Mitgliedstaaten insgesamt und separat in Großbritannien. Sie untersuchten die fünf bevölkerungsreichsten EU-Länder Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien und errechneten das sechzehnte Jahr in Folge Prognosen für zahlreiche Krebsarten. Für 2026 legten sie einen Fokus auf Lungenkrebs.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Rauchen / Zigarette / Tabak / Tabakindustrie / Nikotin / Abhängigkeit / Gesundheit": Ein Aschenbecher mit gerauchten Zigaretten, aufgenommen am Montag, 27. Oktober 2025.





