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Braucht der Körper überhaupt Zucker?

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Zuckerhaltiges Joghurt sollte man nur selten essen
©APA, dpa, Christin Klose, GMS
Zucker gehört chemisch zu den KohlenhydratenGlukose ist der Hauptbrennstoff unseres Körpers. Der Zucker wird als Energie genutzt oder in Leber und Muskeln als Glykogen gespeichert. Wenn diese Speicher voll sind, wandelt der Körper die überschüssige Energie in Fett um. Wir können Glukose auf unterschiedliche Weise aufnehmen - über einfache Kohlenhydrate, wie sie in Süßigkeiten oder Weißbrot stecken, aber auch über komplexe Kohlenhydrate.

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Für eine ausreichende Energieversorgung besteht keine Notwendigkeit, zusätzlich freien, einfachen Zucker aufzunehmen. "Wir brauchen überhaupt keinen zugesetzten Zucker", sagt Andreas Pfeiffer, Ernährungsmediziner an der Berliner Charité. "Der Körper kann Glukose selbst herstellen. Gesunde Kohlenhydrate aus Vollkorngetreide und Gemüse sind völlig ausreichend."

Das ist auch besser für den Blutzuckerspiegel.Einfacher Zucker gelangt sehr schnell ins Blut. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel sprunghaft an. Die Bauchspeicheldrüse muss Insulin ausschütten, um den Zucker im Blut wieder zu senken. Die Folge Regelmäßiger hoher Zuckerkonsum kann zu häufigen Insulinspitzen und langfristig zu Typ-2-Diabetes beitragen.Kurzfristig fällt der Blutzucker nach einem starken Insulinanstieg schnell wieder ab. Das führt oft zu Heißhunger - oder Müdigkeit.

Fazit Man kann vollständig auf freien Zucker verzichten. Der Körper hat trotzdem genug Energie, um alle Funktionen zu erfüllen.

In der Natur ist Süßes selten und ein Hinweis auf energiedichte Nahrung. Ein Signal, das früher einen Überlebensvorteil bot. Daher sind Menschen evolutionär darauf gepolt, süße Speisen zu mögen.

Neugeborene haben eine angeborene Vorliebe für Süßes. Muttermilch enthält Laktose (Milchzucker) und schmeckt entsprechend süß. Das unterstützt die lebenswichtige Energieaufnahme.

Die Aussicht auf Zucker aktiviert das Belohnungssystem, der Körper setzt Dopami frei - wie bei anderen positiven Reizen wie der Aussicht auf Geld, Sex und sozialer Anerkennung. Das konnten Studien mit bildgebenden Verfahren eindeutig beweisen.

Heute ist Zucker fast überall und jederzeit verfügbar. Doch das Belohnungssystem reagiert noch wie früher. Das führt dazu, dass viele Menschen deutlich mehr Zucker essen, als ihnen gut tut.

Zucker steckt nicht nur in Cola und Süßigkeiten. Oft nehmen wir viel versteckten Zucker auf, zum Beispiel über diese Lebensmittel:

Der Verzicht auf diese Lebensmittel hat den größten Effekt:

Diese Lebensmittel sollten Sie selten und bewusst konsumieren:

Obst ist gesund, aber man sollte auch nicht jeden Tag kiloweise Früchte essen. Sonst nimmt man zu viel Zucker zu sich.

Light-Getränke, Energy-Drinks, Joghurts "ohne Zuckerzusatz": Viele Lebensmittel werden mit Süßstoff statt Zucker gesüßt.

Das bringt zwei Vorteile mit sich:

Ein vorbeugender Effekt gegen Diabetes ist wissenschaftlich bisher jedoch nicht belegt.

Die WHO rät von gesüßten Getränken ab. Stattdessen sollte man schlicht Wasser trinken. Süßstoffe seien keine essenziellen Bestandteile der Ernährung und hätten keinen Nährwert. Besser sei es, den Süßegrad der Ernährung insgesamt zu verringern.

"Süßstoffe sind nach allem, was wir wissen, in normalen Mengen nicht schädlich", sagt Pfeiffer. "Aber sie konditionieren uns auf süßen Geschmack und können dazu führen, dass wir Süßes stärker bevorzugen."

Kurz gesagt: Süßstoffe sind eben - süß. Wer von Zucker wegkommen möchte, verzichtet am besten generell auf gesüßte Produkte.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Anna Hirte/Anna Hirte

HAMBURG - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose

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