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Wien erstaunt über Kritik an Ortstaxe

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Die geplante Erhöhung der Ortstaxe sorgt für Diskussionen
©HELMUT FOHRINGER, APA, Themenbild
Dass die Wiener Hotellerie gegen die weitere Erhöhung der Ortstaxe in Wien Sturm läuft, sorgt im Rathaus und beim Wien-Tourismus für Verwunderung. Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) erinnerte am Mittwoch daran, dass das Vorgehen bei einem Gipfel mit Branchenvertretern vereinbart worden sei. Der Chef des Wien-Tourismus, Norbert Kettner, verwies wiederum auf die gute Buchungslage in Wien sowie auf Studien, laut denen eine moderate Anhebung sich kaum auswirken dürfte.

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Die Ortstaxe, die in der Bundeshauptstadt Hotels oder auch Kurzzeitvermieter berappen müssen, ist im Zuge der Budgetkonsolidierung neu gestaltet worden. Sie kletterte im Juli von 3,2 auf 5 Prozent. Im Juli 2027 soll sie dann auf 8 Prozent steigen. Ursprünglich hätte bereits Ende 2025 ein Satz von 8,5 Prozent gelten sollen. Doch nach Kritik aus dem Tourismussektor wurden neue Sätze sowie eine zeitliche Staffelung vereinbart.

Nun haben die Hotellerie-Vertreter in der Wiener Wirtschaftskammer sowie die Hotelvereinigung erneut eine Änderung gefordert. Die beabsichtigte Erhöhung auf 8 Prozent könnte für manche Betriebe existenzbedrohend sein, warnen sie. Die Erträge würden dadurch sinken. Sie sprechen sich dafür aus, die Notbremse zu ziehen und es bei den 5 Prozent zu belassen.

Stadträtin Novak hob hervor, dass die schrittweise Anpassung das Ergebnis des Ortstaxengipfels im September 2025 gewesen sei. An den Verhandlungen hätten auch Kammer und Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) teilgenommen. "Wer jetzt die zweite Stufe aussetzen will, stellt einen gemeinsam mit der Branche vereinbarten Kompromiss infrage. Verlässlichkeit ist eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Wien", übte die zuständige Ressortchefin ihrerseits Kritik an den Forderungen.

Der langfristige Trend zeige klar nach oben, betonte sie in einer Aussendung. Das betreffe die Nächtigungen und die Umsätze. "Mehr als 80 Prozent der Nächtigungsgäste in Wien kommen aus dem Ausland. Damit leisten Gäste einen fairen Beitrag zu jener Qualität, von der Gäste, Betriebe und Wienerinnen und Wiener gleichermaßen profitieren", versicherte Novak.

Die Ortstaxe sei gesetzlich nicht ausschließlich für touristische Zwecke zweckgewidmet. Die Einnahmen würden zur Finanzierung von Leistungen wie öffentlichem Verkehr, Infrastruktur, Grünräumen, Stadtbild und Tourismus beitragen. Diese Leistungen würden von Gästen ebenso genutzt wie von der Wiener Bevölkerung, hielt Novak fest.

Auch Wiens Tourismuschef Norbert Kettner kann mit den Warnungen aus den Reihen der Unternehmen wenig anfangen. "Das ist ein spannender Zeitpunkt, um Todesfantasien für die Wiener Hotellerie anzustellen", befand er im Gespräch mit der APA. In diesen Tagen seien die Wiener Hotels zu fast 100 Prozent ausgelastet, berichtete er. Grund dafür seien zwei medizinische Großkongresse. Generell zeichne sich Wien durch die höchste Auslastung aller Bundesländer aus, gab er zu bedenken.

Zudem gewinne man in Europa derzeit Marktanteile. Man befinde sich im internationalen Wettbewerb. Vergleiche mit anderen österreichischen Städten seien darum nicht zielführend, zeigte er sich überzeugt. Sehr wohl sinnvoll ist laut Kettner, die Ortstaxe mittels Prozentsatz zu berechnen. Dies führe dazu, dass die Gäste, die in Häusern niedrigerer Kategorie nächtigen, weniger belastet würden.

Kettner verwies dazu auf eine Studie der Hochschule München. Laut der Untersuchung verteilt eine prozentuale Abgabe die Belastung gleichmäßiger über die verschiedenen Preissegmente. Der Effekt der Taxe auf die Buchungen sei dadurch geringer. Zudem spiele laut der Studie der Preis bei der Nachfrage für urbane Destinationen mit bedeutenden kulturellen und sozialen Attraktionen generell eine geringere Rolle, hob er hervor.

Dass die Maßnahme die Branche in größere Schwierigkeiten bringen werde, glaubt er nicht. "Ich habe großes Vertrauen in die Wiener Betriebe", beteuerte der Tourismusdirektor. Diese hätten in der Vergangenheit bereits viele Herausforderungen bewältigt.

Die nicht amtsführende ÖVP-Stadträtin Kasia Greco teilt hingegen die Sorge der Unternehmen. "Für SPÖ und NEOS dient der Wiener Tourismus nicht als schützenswerter Standortfaktor, sondern lediglich als finanzieller Lückenbüßer." Nun sei eine Schmerzgrenze überschritten. Sie forderte ebenfalls, die weitere Erhöhung nicht umzusetzen.

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