Die Regierung bremst die Erhöhung der Autobahnvignette: Statt um 3,6 Prozent steigt der Preis 2027 nur um zwei Prozent. Wer die neue Jahresvignette noch heuer kauft, zahlt 106,80 Euro. Erstmals gibt es sie ausschließlich digital, mit einigen Regeln, die man kennen sollte.
Zwei statt 3,6 Prozent
Die Vignette 2027 wird teurer, aber weniger stark als ursprünglich vorgesehen. Verkehrsminister Peter Hanke hat am Donnerstag gemeinsam mit der ÖBB-Reform eine Preisbremse für Gebühren angekündigt, die der Bund selbst festlegt. Die Jahresvignette für Pkw steigt damit um zwei Prozent und nicht um die 3,6 Prozent, die sich aus der regulären Anpassung an den Verbraucherpreisindex ergeben hätten.
Die Jahresvignette 2026 kostet 106,80 Euro. Mit dem Aufschlag von zwei Prozent ergibt sich für 2027 ein Preis von rund 109 Euro. Die neue Vignette ist laut ARBÖ bis 31. Dezember 2026 noch zum bisherigen Preis von 106,80 Euro erhältlich. Wer die Jahresvignette 2027 also noch heuer kauft, spart den Aufschlag.
Erstmals nur noch digital
Die Jahresvignette 2027 gibt es nicht mehr als Pickerl für die Windschutzscheibe. Ab dem Vignettenjahr 2027 ist die Vignette laut dem Amtshelfer oesterreich.gv.at nur mehr als digitale Vignette erhältlich. Die feuerrote Klebevignette 2026 ist damit die letzte ihrer Art, sie gilt noch bis 31. Jänner 2027.
Die digitale Vignette ist an das Kennzeichen gebunden, nicht an das Fahrzeug. Eine digitale Vignette kann bis zu drei vignettenpflichtige Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen abdecken. Geht die Windschutzscheibe kaputt, braucht es keine neue Vignette. Eine Jahresvignette gilt grundsätzlich vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Jänner des Folgejahres, die Vignette 2027 also von 1. Dezember 2026 bis 31. Jänner 2028.
Achtung bei Kauf im Internet
Wichtig ist der Unterschied zwischen Online-Kauf und Kauf vor Ort. Wer die Vignette im Mautshop oder in der App der Asfinag kauft, kann sie wegen des Rücktrittsrechts für Verbraucherinnen und Verbraucher frühestens 18 Tage nach dem Kauf nutzen. An Verkaufsstellen wie Mautstellen, Asfinag-Automaten, bei ÖAMTC und ARBÖ sowie bei ausgewählten Tankstellen und Trafiken gekaufte Vignetten gelten sofort.
Beim Kauf muss das Kennzeichen korrekt eingegeben werden, ein falsches Kennzeichen gilt als Verwaltungsübertretung. Eine digitale Jahresvignette lässt sich nach Gültigkeitsbeginn einmal ohne Angabe von Gründen um 18 Euro auf ein anderes Kennzeichen umschreiben, wenn die Zulassungsbesitzerin oder der Zulassungsbesitzer gleich bleibt. Wer ohne gültige Vignette auf Autobahnen und Schnellstraßen fährt, riskiert eine Ersatzmaut und bei Nichtzahlung ein Verwaltungsstrafverfahren mit Geldstrafen von 300 bis 3.000 Euro.
Was die anderen Vignetten kosten
Neben der Jahresvignette gibt es die Zwei-Monats-Vignette um 32 Euro, die Zehn-Tages-Vignette um 12,80 Euro und die Ein-Tages-Vignette um 9,60 Euro. Für Motorräder kosten die Jahresvignette 42,70 Euro, die Zwei-Monats-Vignette 12,80 Euro, die Zehn-Tages-Vignette 5,10 Euro und die Ein-Tages-Vignette 3,80 Euro. Das sind die Tarife für das Vignettenjahr 2026, die zehn Tage und einen Tag gültigen Vignetten lassen sich online auch mit sofortigem Beginn kaufen.
Die Preisbremse ist Teil eines Pakets, das die Regierung gemeinsam mit einer Strukturreform der ÖBB vorgelegt hat. Auch das Klimaticket Österreich wird 2027 nur um zwei Prozent teurer, der Preis für das Klimaticket Classic steigt damit von 1.400 auf 1.428 Euro. Hintergrund ist ein Beschluss der Regierung aus dem Herbst 2025, bei selbst beeinflussbaren Gebühren und Abgaben zurückhaltend zu sein, um die Inflation nicht zusätzlich anzutreiben. ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig nannte die geringere Erhöhung ein erfreuliches Zeichen für alle, die auf das Auto angewiesen sind.
