von
Wie die Zeitung "Wall Street Journal" berichtete, steckt hinter dem Abkommen ein konkreter Plan: Die US-Regierung will sich demnach mit 35 Prozent an dem Privatunternehmen North American Blue Energy Partners des venezolanischen Geschäftsmanns Alejandro Betancourt beteiligen. Unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen hieß es weiter, die USA wollten sich zudem das Vorzugsrecht sichern, 20 Prozent der Produktion des Unternehmens zum Selbstkostenpreis zu erwerben.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag angekündigt, dass die USA die teilweise Kontrolle über die riesigen Ölreserven Venezuelas übernehmen wollen. Ziel sei es, die angeschlagene Energiewirtschaft des südamerikanischen Landes anzukurbeln und eine neue Rohölquelle zur Senkung der US-Treibstoffpreise zu erschließen. Rodriguez betonte hingegen, das Land behalte "das Eigentum und die Souveränität" über seine natürlichen Ressourcen. Man nutze jedoch Kapital, Technologie und betriebliches Know-how aus den USA, um die von Sanktionen schwer getroffene strategische Industrie zu sanieren.
Dem Abkommen zufolge könnte der venezolanische Staat bei einem angenommenen Ölpreis von 65 Dollar pro Barrel Einnahmen von rund 209 Milliarden Dollar erzielen. Etwa 19 Dollar von jedem geförderten und verkauften Barrel sollen direkt an Venezuela fließen. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, produziert aber nach Jahren von Misswirtschaft und Sanktionen nur etwa 1,25 Millionen Barrel pro Tag.
Auf eine Anfrage reagierte das Pentagon jedoch zurückhaltend. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, das zuständige Büro für strategisches Kapital (OSC) erwerbe keine Kapitalbeteiligungen an privaten Unternehmen. Dessen Rolle sei gesetzlich streng darauf beschränkt, Kredite und Kreditbürgschaften zu gewähren oder technische Hilfe zu leisten.
In der kommenden Woche sollen Verträge unterzeichnet werden, die mehreren Unternehmen, darunter auch Chevron, neue Förderrechte einräumen. Am Samstag hatten sich in der Hauptstadt Caracas Dutzende regierungsnahe Gruppen versammelt, um gegen die US-Präsenz in Venezuela zu protestieren.
Venezuela's interim President Delcy Rodriguez speaks during a press conference at the Generalisimo Francisco de Miranda Air Base in Caracas on July 2, 2026. At least 2,595 people have died as a result of the twin earthquakes that struck Venezuela on June 24, interim President Delcy Rodriguez announced on July 2, adding that all of the victims will be properly identified. (Photo by Lucas AGUAYO / AFP)
