ABO

Roaming-Fallen erkennen und umgehen

Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Für Tarife von EU-Anbietern gilt weltweit der sogenannte Kosten-Airbag
©APA, dpa-tmn, Sina Schuldt
Mobiles Internet produziert auf Reisen in Nicht-EU-Ländern schnell hohe Handyrechnungen, wenn man nicht ganz genau aufpasst. Wer etwa eine SIM-Karte eines Anbieters aus dem Reiseland einlegt oder während der Reise eine eSIM mit günstigem Tarif für das Reiseland nutzen möchte, sollte zu Beginn der Reise in den Einstellungen seines Smartphones ganz genau nachschauen, welche SIMs das Gerät aktuell verwendet und wofür.

von

News auf Google bevorzugen

Stimmt die gewünschte Zuordnung von Telefonieren und Daten zu den jeweiligen SIM-Karten nicht, müssen die entsprechenden Einstellungen geändert werden. Denn bei versehentlicher Verwendung oder falscher Zuordnung drohen hohe Kosten.

Für Tarife von EU-Anbietern gilt weltweit der sogenannte Kosten-Airbag: Sind 80 Prozent der voreingestellten Kostengrenze von 50 Euro netto (rund 60 Euro brutto) oder einer anderen selbst festgelegten Obergrenze erreicht, muss der Anbieter eine Warn-Nachricht schicken. Der EU-Kosten-Airbag funktioniert aber nur, wenn der Datenverbrauch im jeweiligen Land in Echtzeit erfasst wird. Arbeitet der Airbag in einem bestimmten Land nicht, müssen Nutzerinnen und Nutzer bei der Einreise ins jeweilige Land immerhin eine Warn-SMS erhalten.

Dass es auch innerhalb Europas Probleme geben kann, zeigt dieser Fall: Obwohl der Mobilfunkvertrag eines Kunden unbegrenztes Surfen vorsieht, berechnete sein Anbieter rund 60 Euro für das im Urlaub genutzte Datenvolumen. Der Grund: Die von der EU festgelegte, sogenannte Fair Use Policy. Die besagt, dass im EU-Ausland zwar grundsätzlich die gleichen Handyvertrags-Konditionen wie zu Hause gelten - aber eben nicht immer unbegrenzt. Ist der Tarif etwa sehr günstig oder mit unbegrenzten Daten, kann das Datenvolumen begrenzt werden.

Die Regelung soll verhindern, dass Mobilfunktarife dauerhaft oder übermäßig in anderen Ländern genutzt werden, erklären Expertinnen und Experten. Die Höhe des kostenlosen Datenvolumens hängt vom Vertrag ab, die Berechnung ist gesetzlich geregelt. Ist die Grenze erreicht, darf der Anbieter für die weitere Nutzung 1,10 Euro netto pro Gigabyte aufschlagen, wenn er im Voraus auf die Zusatzkosten hingewiesen hat. Auch hier darf der Kosten-Airbag in Höhe von rund 60 Euro brutto nicht überschritten werden.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Sina Schuldt/Sina Schuldt

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER