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Am meisten hilft ein cleverer Start. Besonders voll wird es an Ferienwochenenden – typischerweise freitagnachmittags und samstagvormittags. Wer dienstags oder mittwochs reist oder frühmorgens startet, kann größere Staus oft umgehen. Gängige Verkehrsapps bieten Prognosen für Tageszeiten und kennen Baustellen.
Gerade mit Kindern kann ein Stau schnell zur Belastungsprobe werden. Wichtig ist deshalb eine gute Vorbereitung. Laut dem Auto Club Europa (ACE) sollten Eltern lieber nur wenige, aber gut erreichbare Spielsachen einpacken. Kleinteile besser nicht, denn die können leicht herunterfallen und zur Ablenkung werden.
Und: Achtung an Reisetagen mit viel Sonne: "Selbst bei eingeschalteter Klimaanlage kann es schnell unangenehm heiß werden auf einzelnen Sitzplätzen", sagt Jeannine Ulm vom ACE. Praktisch sind statisch haftende Sonnenschutzfolien, aber auch ein vor das Fenster gehängtes helles Tuch verschafft notfalls Abhilfe. Snacks, Getränke und Medikamente sollten jederzeit griffbereit sein.
Bei der Unterhaltung kommt es auf die richtige Wahl an. Kennzeichenraten, Hörspiele, Bücher oder Tablets. Der ACV empfiehlt, auch bei Musik oder Podcasts auf eine Auswahl zu setzen, die allen im Auto gefällt.
Grundsätzlich gilt: Navis kennen die aktuelle Verkehrslage und können Staus früh erkennen. Ihr Schwachpunkt: Wenn zu viele Fahrer gleichzeitig umgeleitet werden, verlagert sich der Stau auf Ausweichstrecken. "Den Vorschlägen des Navis sollte man grundsätzlich folgen, aber nicht unkritisch", meint der Experte Philipp Mathey. Vor allem kurzfristige Abfahrten direkt vor einem Stau führten dem ACV zufolge oft in genauso volle Nebenstrecken. Eine Umfahrung lohne sich vor allem bei Vollsperrungen oder Staus von mehr als zehn Kilometern.
Der ACE empfiehlt, etwa alle zwei Stunden oder 200 Kilometer eine Pause von 15 bis 20 Minuten einzulegen. "Müdigkeit zählt zu den größten Konzentrationskillern im Straßenverkehr", sagt Ulm. Erste Anzeichen wie häufiges Gähnen oder brennende Augen sollten ernst genommen werden. Koffein beseitigt die Erschöpfung nicht. Wer Kaffee trinkt, sollte ihn am besten direkt bei einer Pause vor einem kurzen Powernap nehmen: Das Koffein braucht rund 20 Minuten, bis es wirkt.
Die Möglichkeiten sind begrenzt, deshalb ist Vorsorge wichtig. Der ACE empfiehlt kleine Notfalltoiletten oder Taschen-WCs, die wenig Platz benötigen. "Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, hat es leichter, denn die Bordtoilette darf im Stand genutzt werden, wenn die Zündung aus ist", sagt Jeannine Ulm. Beim Wohnwagen gilt das allerdings nicht, weil dafür die Fahrbahn betreten werden müsste.
Neben Verbandskasten und Warnweste rät der ACV, ausreichend zuckerfreie Getränke und gesunde Snacks griffbereit zu haben – Obst oder Nussmischungen halten den Blutzucker stabiler als Gummibärchen. Wer mit Kindern reist, packt altersgerechte Hörspiele ein: Sie verkürzen die Zeit und ermöglichen den Blick in Fahrtrichtung, was bei Reiseübelkeit hilft, so der ACE. Medikamente und Sonnenschutz gehören ebenfalls ins Handgepäck.
Reiseübelkeit gehört zu den häufigsten Problemen auf langen Familienfahrten – besonders Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind betroffen. Der Auslöser: Das Gleichgewichtsorgan nimmt die Fahrbewegungen wahr, während die Augen den stillstehenden Innenraum sehen – das Gehirn gerät in Konflikt. Abhilfe schafft zunächst die richtige Beschäftigung: Tablets oder Bücher, bei denen Kinder nach unten schauen, verstärken die Übelkeit eher.
Besser geeignet sind Hörbücher oder Ratespiele, bei denen der Blick in Fahrtrichtung bleibt. Wer bereits Symptome spürt, sollte einen ruhigen Punkt am Horizont fixieren und auf tiefes, gleichmäßiges Atmen achten. Auch die Reiseplanung kann helfen: Wer nachts fährt, umgeht das Problem oft ganz – schlafende Kinder entwickeln keine Reisekrankheit.
Der Stau ist selten das eigentliche Problem – sondern die Erwartung, pünktlich anzukommen. Pufferzeiten von mindestens einer Stunde seien einzuplanen und der Stau als Teil der Reise zu akzeptieren, nicht als Störfaktor, rät der ACE auch mit Verweis auf Verkehrspsychologen. Wer sich ärgert, fährt später nicht schneller – erhöht aber das Unfallrisiko.
Atemtechniken, ruhige Musik oder ein Hörbuch können helfen, die Anspannung zu lösen. "Nutzen Sie die erzwungene Pause bewusst: Familiengespräche, Spiele oder einfach mal schweigend die Landschaft betrachten", rät Jeannine Ulm vom ACE. Wer weiß, dass Stau dazugehört, lässt sich von ihm seltener aus der Ruhe bringen.
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ARCHIV - «Ach, das gehört dazu»: Wer mit Staus rechnet und auch zeitlichen Puffer einbaut, fährt in der Regel gelassener. (zu dpa: «Reiseverkehr: So kommen Autofahrer entspannter ans Ziel») Foto: Henning Kaiser/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++






