Pompeji: Prachtvilla auf der Stadtmauer soll erstmals seit 1980 wieder Besucher empfangen
Seit 1980 ist eines der prächtigsten Häuser Pompejis für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Jetzt finanziert ein deutscher Unternehmer die Restaurierung des Hauses des Marcus Fabius Rufus mit mehr als 1,4 Millionen Euro. Bis Weihnachten soll ein Teil der Villa erstmals wieder zugänglich sein.
Erste Führungen bis Weihnachten geplant
Wer nach Pompeji reist, kann bald ein Haus sehen, das seit Jahrzehnten verschlossen ist. Das Haus des Marcus Fabius Rufus gilt als eine der prächtigsten Residenzen der antiken Stadt am Golf von Neapel. Seit 1980 ist es für die Öffentlichkeit gesperrt. Nun wird es restauriert, und der Archäologische Park Pompeji will es noch heuer teilweise zugänglich machen.
Ziel sei „eine erste, teilweise Öffnung bis Weihnachten, mit Führungen für Gruppen“, sagte Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Einen fixen Termin gibt es noch nicht. Um den komplizierten Aufbau des Hauses verständlich zu machen, arbeitet der Park auch mit digitaler Technik.
Vier Ebenen mit Blick auf den Golf
Das Haus liegt direkt am Rand der antiken Stadtmauer, neben dem Haus des Castricius und dem Haus des Goldenen Armreifs. Es erstreckt sich über bis zu vier Ebenen, die durch Gänge und Treppen verbunden sind. Die Fassade mit großen Fenstern war auf den Golf ausgerichtet. Die US-Nachrichtenagentur AP spricht von einem „unglaublichen Labyrinth“.
Im Mittelpunkt der aktuellen Arbeiten stehen die Fresken. Dazu zählt die sogenannte Venus von Pompeji in einem Raum, der als Kultkapelle diente. Zuvor hatte der Park das Gebäude von 2021 bis 2023 statisch gesichert und weiter ausgegraben.
Ein deutscher Unternehmer zahlt
Die Restaurierung kostet mehr als 1,4 Millionen Euro. Bezahlt wird sie zur Gänze vom Unternehmen PompeiAR, das dem deutschen Unternehmer Frank Hoefer gehört. Den Sponsorvertrag haben Hoefer und Zuchtriegel kürzlich unterzeichnet.
Hoefer war nach eigenen Angaben 1974 als 16-Jähriger zum ersten Mal in Pompeji. Auf den Park zugegangen sei er, nachdem er ein Buch von Zuchtriegel aus dem Jahr 2023 gelesen hatte. Er wolle nun helfen, weitere Geldgeber zu finden.
Spuren der letzten Stunden
Pompeji wurde beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus verschüttet. In dem Gebäudekomplex an der Stadtmauer stießen Archäologen auf mehrere Opfer der Katastrophe: drei auf der Treppe des Hauses des Marcus Fabius Rufus, drei im Haus des Castricius, das 1961 ausgegraben wurde, und weitere im Haus des Goldenen Armreifs, gefunden 1974.
