In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober erreichen die Orioniden ihren Höhepunkt. Die Sternschnuppen stammen vom Halleyschen Kometen und zählen zu den schnellsten des Jahres. Wann sich der Blick zum Himmel lohnt und wo in Österreich die Bedingungen besonders gut sind.
Wann der Höhepunkt ist
Wer im Oktober Sternschnuppen sehen will, sollte sich die Nacht vom 21. auf den 22. Oktober vormerken. Dann erreicht der Meteorstrom der Orioniden laut der US-Raumfahrtbehörde NASA sein Maximum. Aktiv ist der Strom von Anfang Oktober bis Anfang November, in den Tagen rund um den Höhepunkt sind aber am meisten Sternschnuppen zu erwarten.
Ein Sternschnuppenregen wie bei den Perseiden im August ist allerdings nicht zu erwarten. Die NASA rechnet am Stadtrand mit drei bis sechs Meteoren pro Stunde, an dunklen Orten mit deutlich mehr. Unter idealen Bedingungen sind bis zu rund 20 Sternschnuppen pro Stunde möglich.
Warum der Mond stört
Heuer erschwert der Mond die Beobachtung. Zum Höhepunkt steht er zwischen Halbmond und Vollmond am Himmel und hellt die Nacht auf, schwächere Sternschnuppen gehen dabei unter. Voll ist der Mond am 26. Oktober.
Die besten Chancen bestehen deshalb in der zweiten Nachthälfte, nachdem der Mond untergegangen ist und bevor im Osten die Dämmerung einsetzt. In diesen Stunden steht auch das Sternbild Orion hoch genug, aus dem die Sternschnuppen scheinbar kommen. Der sogenannte Radiant liegt nördlich des hellen Sterns Beteigeuze. Die Meteore können aber am ganzen Himmel aufleuchten, man muss also nicht gezielt in Richtung Orion schauen.
Staub vom Halleyschen Kometen
Die Orioniden sind Staubteilchen, die der Halleysche Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinterlassen hat. Jedes Jahr im Oktober kreuzt die Erde diese Staubspur. Die winzigen Teilchen treffen mit rund 66 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre und verglühen dort als Leuchtspur.
Damit zählen die Orioniden zu den schnellsten Meteoren des Jahres. Der Komet selbst ist zuletzt 1986 in Erdnähe gewesen und wird erst 2061 wieder zurückkehren. Seine Spuren lassen sich dagegen jedes Jahr zweimal am Himmel beobachten, im Mai als Eta-Aquariiden und im Oktober als Orioniden.
Wo in Österreich der Himmel besonders dunkel ist
Entscheidend ist vor allem Dunkelheit. Je weiter weg von Straßenbeleuchtung und Städten, desto mehr Sternschnuppen sind zu sehen. Als besonders gut gilt der Sternenpark Attersee-Traunsee im Salzkammergut, laut Oberösterreich Tourismus einer der wenigen offiziell zertifizierten Dark-Sky-Parks des Landes. Der Himmel ist dort so dunkel, dass bei klarer Sicht auch die Milchstraße als leuchtendes Band zu erkennen ist.
Als weitere lohnende Gebiete nennt der Tourismusverband den Nationalpark Kalkalpen, dessen Nachthimmel zu den natürlichsten Europas zähle, und die Hügel des Mühlviertels. Grundsätzlich eignet sich jeder Ort mit freier Sicht und wenig künstlichem Licht, etwa eine Anhöhe oder eine Wiese abseits von Siedlungen.
So gelingt die Beobachtung
Ein Fernglas oder Teleskop ist nicht nötig, Sternschnuppen sieht man am besten mit bloßem Auge und möglichst großem Blickfeld. Die Augen brauchen eine Weile, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, deshalb sollte man während der Beobachtung nicht auf das Handydisplay schauen.
„Wer den Himmel wirklich erleben möchte, braucht vor allem Dunkelheit und Geduld“, rät Oberösterreich Tourismus. Im Gepäck sollten ein Klappstuhl, eine Decke und eine Thermoskanne sein, denn Oktobernächte können empfindlich kalt werden. Wer bei Wolken Pech hat, muss nicht verzagen: Auch in den Nächten vor und nach dem Höhepunkt sind Orioniden zu sehen.
