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Italien weht sich gegen EU-Regeln zu Kurzzeitvermietungen

Aktualisiert
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Online-Plattformen gewinnen an Bedeutung
©Afp, APA, ANDREAS SOLARO
Italien wehrt sich gegen geplante EU-Regeln zur stärkeren Regulierung von Kurzzeitvermietungen. Tourismusminister Gianmarco Mazzi kritisierte einen entsprechenden Vorstoß der EU-Kommission. "Der europäische Vorschlag zur Immobilienpolitik erscheint als Bedrohung für den italienischen Mittelstand", der stark von der Wohnungsvermietung profitiere, sagte Mazzi nach einem Treffen mit Verbänden aus Tourismus und Beherbergungsgewerbe am Mittwochnachmittag.

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Das Vorhaben könne insbesondere private Immobilieneigentümer treffen und bringe zugleich keinen erkennbaren Vorteil für den Tourismus, die Urlauber oder die Bewohner, sagte Mazzi. "Die Europäische Union scheint aus den gescheiterten Erfahrungen Barcelonas nichts gelernt zu haben", fügte der Minister hinzu.

Die EU-Kommission will die Regeln für Kurzzeitvermietungen europaweit stärker vereinheitlichen. Hintergrund ist unter anderem die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten in stark vom Tourismus geprägten Städten. Online-Plattformen wie Airbnb, Booking.com und Expedia sollen dabei stärker in einen gemeinsamen regulatorischen Rahmen einbezogen werden. Der Vorschlag ist Teil des europäischen "Affordable Housing Act".

Während auf EU-Ebene über eine stärkere Regulierung diskutiert wird, wächst der Markt für touristische Kurzzeitvermietungen in Italien weiter. Nach Angaben des italienischen Statistikamtes Istat stieg die Zahl der Übernachtungen im Bereich der nicht-hotelgebundenen Beherbergung im ersten Quartal 2026 um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Hotels und anderen klassischen Beherbergungsbetrieben betrug das Wachstum demnach 3,9 Prozent.

Insgesamt wurden im ersten Quartal mehr als 6,9 Millionen Ankünfte und rund 25,3 Millionen Übernachtungen im Bereich der nicht-hotelgebundenen Unterkünfte registriert. Nach Angaben des italienischen Branchenverbandes AIGAB waren im Juni rund 492.000 Zweitwohnungen für Kurzzeitvermietungen auf dem Markt. Etwa 123.000 davon wurden von spezialisierten Unternehmen verwaltet. Damit überstieg die Zahl der angebotenen Unterkünfte nach Verbandsangaben die Zahl der Hotelbetriebe.

Die Digitalisierung hat den Markt für Ferienunterkünfte in Italien in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Zahl der über die großen Online-Plattformen gebuchten Übernachtungen stieg zwischen 2018 und 2024 von rund 66 Millionen auf etwa 127 Millionen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 92 Prozent.

Die EU-Kommission begründet ihren Vorstoß auch mit der Wohnungsknappheit in besonders stark vom Tourismus betroffenen Regionen und Städten. Kurzzeitvermietungen können dort nach Auffassung von Befürwortern strengerer Regeln dazu beitragen, dass Wohnraum dem regulären Mietmarkt entzogen wird.

ROME - ITALIEN: FOTO: APA/APA/AFP/ANDREAS SOLARO

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