Gefährliche Blutsauger von

Wie Sie die Zecke
NICHT entfernen sollten

Diese Methoden erhöhen die Gefahr einer Infektion mit der gefährlichen Borreliose

Zecke © Bild: iStockphoto.com

Mit dem Frühling erwachen nicht nur Bäume, Wiesen und Sträucher zu neuem Leben, sondern auch die Zecken. Hat sich erst einmal eine an uns festgesaugt, stellt sich die Frage: Sollen wir sie in Speiseöl ertränken, mit Klebstoff töten, herausdrehen oder einfach drinnen lassen, bis sie von selbst abfällt? Wir verraten Ihnen, wie sie die Zecke NICHT entfernen sollten.

Die Zecke mit Klebstoff, heißem Wachs oder Öl beträufeln und warten, bis sie dahingeschieden ist und von selbst locker lässt? Besser nicht. Diverse Substanzen stehen nämlich im Verdacht, den Speichelfluss der Zecke anzuregen, wie die Dr. Dania Richter von der TU Braunschweig gegenüber "spiegel.de" zu bedenken gibt. Das ist insofern schlecht, da damit das Risiko steigt, sich mit Borreliose zu infizieren.

Klebstoff und Öl sind tabu

Die Zecke gibt die sogenannten Borellien, also die Bakterien, sofern sie selbst infiziert ist, über ihren Speichel an unseren Körper ab. Je stärker folglich der Speichelfluss, desto höher das Infektionsrisiko. Dasselbe gilt für die Dauer des Bisses. Während die FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecke sitzen, befinden sich die Borrelien nämlich im Darm des Tieres. Was bedeutet, dass die Zecke die FSME-Viren sofort auf das Opfer überträgt, die Borrelien hingegen erst innerhalb von zwölf bis 48 Stunden nach dem Biss.

Insofern empfiehlt es sich, die Zecke so rasch als möglich zu entfernen. So spricht auch die Tatsache, dass die Zecke mit Öl beträufelt einen langsamen Tod stirbt, gegen diese Methode, da das Tier so länger in unserem Gewebe verharrt. Und noch ein Tipp: Wer seinen Körper morgens und abends gründlich nach den kleinen Blutsaugern absucht, verringert ein Borreliose-Infektionsrisiko. Was die FSME anbelangt, so hilft nur Impfen.

Nicht drehen, sondern ziehen

Nachdem wir jetzt wissen, wie man eine Zecke nicht entfernen sollte, widmen wir uns der Frage, wie man es richtig macht. Und so geht's: Verwenden Sie eine Zeckenkarte oder eine spitze Pinzette. Haben Sie keines der beiden Werkzeuge zur Hand, tun es auch die Fingernägel. Setzen Sie dicht über der Bisstelle an und ziehen Sie den Übeltäter möglichst gerade aus der Haut heraus. Bitte nicht quetschen. Und auch nicht drehen. Denn auch die Drehbewegung könnte den Speichelfluss und damit das Infektionsrisiko erhöhen.

Keine Panik, wenn der Kopf in der Wunde bleibt. Meist fällt er nach einigen Tagen ganz von selbst heraus. Entzündet sich die Bissstelle, ist allerdings ein Besuch beim Hausarzt angesagt.

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