Die Terrasse: So bauen und gestalten Sie Ihre Entspannungsoase

In der warmen Jahreszeit ist die Terrasse einer der beliebtesten Aufenthaltsorte. Im Schatten einer Terrassenüberdachung lässt es sich leben – egal ob alleine mit einer schönen Tasse Kaffee, beim Essen mit der Familie oder bei der Grillfeier mit Freunden. Als Erweiterung des Wohnraumes sollte der Terrasse daher auch gestalterisch viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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Terrasse © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis:

Die optimale Größe der Terrasse

Beim Neubau und einem ausreichend großen Garten kann man die Größe der Terrasse meist noch selbst bestimmen. Man sollte sich bei der Planung darüber im Klaren sein, welchen Zweck die Terrasse erfüllen soll. Wird auf der Terrasse gegessen und ist man noch dazu öfter in größerer Gesellschaft, muss ein ausreichend großer Essbereich eingeplant werden. Soll die Terrasse nur als Chill-out-Zone dienen, reicht ein Platz für einige bequeme Lounge-Möbel aus. Will man auch die Sonnenliege unterbringen, muss die Terrasse entsprechend größer geplant werden. Als Faustformel gilt: Für zwei Personen sollte sie eine Mindestgröße von 2 x 3 Metern haben, bei fünf Personen und mehr mindestens 4 x 6 Meter. In den allermeisten Fällen sind 12 m² eine ausreichende Größe.

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Die Ausrichtung der Terrasse

Ist die Ausrichtung der Terrasse nicht ohnehin durch den Hausplan vorgegeben, sollte man auch hier genau überlegen, was später wo stehen soll und wie viel Sonne und Licht man haben möchte. Jede Himmelsrichtung hat ihre Vor- und Nachteile. Eine Nordterrasse ist zwar immer schattig, in feuchten Perioden trocknet der Bodenbelag aber auch nicht so schnell und es kann zu Grünbelagsbildung und zu einem erhöhten Reinigungsbedarf kommen. Soll die Terrasse als Frühstücksplatz dienen, bietet sich die Ostseite an. In den Abendstunden kann es hier aber rasch kühl werden. Am meisten Sonne bekommt eine Südterrasse. Eine entsprechende Beschattung ist hier aber ein Muss, sonst wird die Hitze im Sommer unerträglich. Wer die Abendsonne liebt, entschiedet sich für eine westseitig ausgerichtete Terrasse. Diese erreicht die Sonne aber erst in den Nachmittagsstunden.

Grundsätzlich gibt es in den Bauordnungen für Terrassen keine Abstandsregelungen zu Grundstückgrenzen, aber natürlich sorgt ein größerer Abstand zum Nachbarn für mehr Privatsphäre auf beiden Seiten. Anders liegt der Fall, wenn man eine Terrassenüberdachung oder einen Sichtschutz errichten will. Hier gibt es sehr wohl Abstandsregelungen zu beachten, über die man sich am besten auf dem Bauamt der Gemeinde informieren kann.

Der optimale Belag der Terrasse

Der Bodenbelag von Terrassen ist – wie so vieles – in erster Linie Geschmackssache. Aber natürlich bringen die verschiedenen Bodenbeläge unterschiedliche Eigenschaften mit, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten.

So sind Pflastersteine im Garten frostbeständig und langlebig, man kann sie der Witterung bedenkenlos aussetzen und sie sind leicht zu reinigen. Durch das Gewicht der Steine ist der Einbau mit einem hohen Aufwand verbunden. Steine gibt es in vielen Formaten, von kleinen Mosaikplatten über handliches Steinpflaster bis hin zu großen Terrassenplatten.

Gartenmöbel
© Elke Mayr

Betonsteine bieten eine große Auswahl an Formen und Farben, sind robust und wetterbeständig. Durch ihre regelmäßige Form sind sie besonders leicht im Schotter- oder Splittbett zu verlegen.

Sehr beliebt sind auch Holzböden, die jedoch auf jeden Fall versiegelt werden sollten, damit sie lange halten. Terrassenholz wird in der Sonne nicht heiß, nötig ist aber eine luftige, stabile Unterkonstruktion, da die Terrassendielen keinen direkten Erdkontakt vertragen.

Fliesen sind inzwischen outdoor-tauglich geworden. Sie sind unempfindlich gegen Verunreinigungen und bieten optische Vielfalt: Naturstein, Beton oder Holz können erstaunlich gut nachgeahmt werden. Verlegt werden Keramik- beziehungsweise Feinsteinzeugplatten am besten in Drainagemörtel.

Beim Bau des Bodens ist es wichtig, eine Steigung von zumindest 2% einzuplanen, damit Regenwasser vom Haus weggeleitet wird. Denken Sie auch daran, unterhalb des Belages bei Bedarf Leitungen für Strom und eine Bewässerungsanlage einzuziehen. Man sollte sich also bereits im Vorfeld überlegt haben, wo man eventuell Steckdosen oder eine Beleuchtung benötigt und wie die Terrasse begrünt werden soll.

Die Ausstattung der Terrasse

Neben dem Bodenbelag wird die Charakteristik von Terrassen in erster Linie durch das verwendete Mobiliar bestimmt. Die Auswahl an Stilen und Materialien ist schier unendlich und soll dem Verwendungszweck der Terrasse entsprechen. Die Entscheidung für Holz, Rattan oder Metall hängt von mehreren Faktoren wie dem geplanten Aufstellort, der Witterung, dem Pflegeaufwand und dem Preis ab. Grundsätzlich halten die meisten Garten- und Terrassenmöbel schlechtem Wetter und Feuchtigkeit Stand, doch der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, Frost und großen Temperaturschwankungen verlängert die Nutzungsdauer wesentlich. Auch sollte man überlegen ob und wie die Möbel überwintert werden können - dies kann die Entscheidung für ein bestimmtes Material erleichtern. Eine große Kiste für die Aufbewahrung von Pölstern und Sitzauflagen bewährt sich in jedem Fall.

Ein sehr wichtiges Utensil ist üblicherweise der Griller. Auch für diesen sollte im Garten ein perfekter Platz gefunden werden, wo er in ausreichender Entfernung zum Haus stehen bleiben kann.

Der Begrünung von Terrassen muss besonders Augenmerk geschenkt werden: Pflanzen tun dem Auge und der Seele gut und werten die Terrasse optisch auf. Welche Pflanzen verwendet werden, hängt von der Ausrichtung der Terrasse ab. Es lohnt sich in jedem Fall, den Rat eines Gärtners heranzuziehen, damit die Pflanzen sich an ihrem Standort wohl fühlen und man lange Freude an ihnen hat.

Schutz vor der Witterung

Die beliebteste und einfach zu montierende Beschattung für die Terrasse ist die Markise. In mannigfachen Farben und Designs erhältlich, passt sie sich an jeden Terrassenstil an. Markisen sind als einfache Handkurbel-Variante erhältlich, können aber mittlerweile auch elektronisch bedient oder über Sonnen- und Windsensoren gesteuert werden. Auch eine Steuerung via App ist in modernen Smart Home-Systemen vorgesehen. Die größte Gefahr für die Markise ist der Wind. Es lohnt sich daher, sie sicher einzurollen wenn gerade kein Beschattungsbedarf besteht.

Wer sich auf der Terrasse auch vor Regen schützen möchte, kommt um eine feste Terrassenüberdachung nicht herum. Um unangenehmen Wind abzuhalten, können Windschutzelemente aus verschiedenen Materialien installiert werden. Sehr beliebt sind Glaselememte, da diese die Aussicht nicht beeinträchtigen. Es können aber auch Holzelemente, Seitenmarkisen oder mit Steinen gefüllten Gabionen verwendet werden, je nachdem was zur optischen Gestaltung der Terrasse am besten passt.

Um den Platz auf der Terrasse optimal zu nutzen, bietet es sich hier auch an, Rankelemente und Spaliere mit Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis oder Geißblatt als Windschutz zu nutzen oder auch gleich eine Hecke zu pflanzen. Die immergrüne Eibe oder die Scheinzypresse bieten ganzjährig einen verlässlichen Wind- und Sichtschutz.