"Wie wäre es jetzt mit Love & Peace?"

Ein Weltstar der Literatur holt zur brillanten Attacke aus: T. C. Boyle über Donald Trump, Salman Rushdie, Fundamentalisten, moderne Hexenprozesse und seinen Erzählband "I walk between the Raindrops"

von TC Boyle © Bild: EVA MANHART / APA / picturedesk.com

Eine Frau schläft am Steuer ein, doch das Fahrzeug bringt sie an ihr Ziel, denn das Gefährt weiß, was seine Insassin will: eine Handtasche im Ausverkauf. Das haben die beiden am Vortag besprochen. Als die Frau einen fremden Mann einsteigen lassen will, verschließt der Wagen die Türen. Das Fahrzeug bestimmt, wer mitfahren darf.

Auf einem Kreuzfahrtschiff in China bricht ein seltsames Virus aus. Plötzlich darf niemand seine Kabine verlassen, die ersten Erkrankten sterben, das Schiff darf zunächst nicht einmal in einen Hafen einlaufen ...

Eine junge Frau überredet ihren Mann, mit ihr an einem Kurs für „Naturbaden“ teilzunehmen. Sie will direkt in Kontakt mit Flora und Fauna treten. Doch dann dringt die Natur in Gestalt einer Schlange in ihren Garten ein.

Verblüffende Szenarien schildert der amerikanische Meister der Apokalypse in seinem jüngsten Band „I walk between the Raindrops“, der kürzlich bei Hanser erschienen ist.

Zuvor erreichte ihn News zum fernmündlichen Gespräch über selbstfahrende Autos, Twitter, Trump, Fundamentalisten, Zensur heute und die ihr verwandten Hexenprozesse im Mittelalter.

Tom Coraghessan Boyle wurde am 2. Dezember 1948 in Peekskill bei New York City als Sohn einer Sekretärin und eines Busfahrers geboren und ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Sein Literaturstudium schloss er in Iowa mit dem Doktortitel ab, arbeitete als Lehrer und wurde Professor an der University of Southern California. Gesellschaftspolitik, die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung von Tieren sind die zentralen Themen seines Schaffens. Boyle ist Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt mit seiner Frau, seinem Hund und seinem Kater in einem Haus des Architekten Frank Lloyd Wright in Montecito bei Santa Barbara in Kalifornien.

Herr Boyle, was Sie bereits vor 20 Jahren in Ihren Romanen über die Zerstörung der Natur und das Aussterben der Arten beschrieben haben, ist eingetroffen. Jetzt schreiben Sie in der Geschichte „Schlaf am Steuer“ von sprechenden Autos. Diese Fahrzeuge beraten ihre Fahrer sogar beim Einkaufen und bestimmen, wer mitfahren darf. Haben Sie Informationen, dass das die Pkw der Zukunft sind?
Ich denke immer darüber nach, was in unserer Gesellschaft geschieht, Ich beobachte technologische Veränderungen genauso wie die politischen. Aber wenn ich mit einem Roman beschäftigt bin, muss ich all diese Überlegungen auf die lange Bank schieben, bis ich mit dem Roman fertig bin. Es wurde viel experimentiert, bis hier die ersten selbstfahrenden Autos präsentiert wurden. Das wollte ich wiedergeben. Ich bin genauso verblüfft wie jeder andere auch, wie sich die Technologie auf unser Leben auswirkt. Um mir ein Bild davon machen zu können, schreibe ich diese Geschichten.

In Ihrer Geschichte bringen die selbstfahrenden Autos viele Vorteile. Wer übermüdet ist, kann am Steuer beruhigt einschlafen und wird vom Fahrzeug an sein Ziel gebracht. Menschen, die kein Auto mehr lenken können, müssen nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, sondern lassen sich von ihrem Auto fahren.
Es könnte doch sein, dass in gar nicht so ferner Zukunft unsere Gesellschaft auch diese selbstfahrenden Autos abschafft und auf Fahrzeuge umsteigt, die man wie ein Uber-Taxi mit dem Handy rufen kann. Niemand würde dann mehr einen Führerschein brauchen, denn die Roboterautos, die natürlich alle mit Strom betrieben werden, würden fahren. Das wäre sehr effizient. Es gäbe keine Staus mehr und Teenager würden keine Rennen mehr veranstalten können. Aber Autofahren würde nicht mehr viel Spaß machen.

In der Geschichte „Der dreizehnte Tag“ erzählen Sie vom Covid-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff. Der Fall, den Sie schildern, erinnert stark an die Vorkommnisse auf der Diamond Princess im März 2020. Mit diesem Datum ist Ihre Geschichte datiert. Haben Sie diese Geschehnisse in Echtzeit abgebildet?
Ich habe diese Geschichte geschrieben, bevor Corona überhaupt als Pandemie erkannt wurde. Deshalb ist sie die einzige, die ich mit einem Datum ersehen habe. Das war ganz am Anfang von Corona. Ich erinnere mich noch genau, wie schrecklich das war, als diese Kreuzfahrtschiffe nicht in den Hafen einlaufen durften. Niemand wusste so recht, was los war. Ich dachte, das ist genau mein Fall. Das passt zu den Dingen, über die ich immer schreibe. Also begann ich, dafür ein Szenario zu entwerfen. Ich habe mir vorgestellt, was daraus werden könnte, noch bevor wir überhaupt wissen konnten, was daraus werden sollte. Denn das hätte ich nicht voraussagen können.

Ich habe gesehen, dass Sie noch immer sehr aktiv auf Twitter sind ...
Haben Sie mein Foto von dem Rotluchs gesehen? Ich hatte eine Ratte in einer Lebendfalle gefangen und wollte sie in der Natur freilassen. Als ich an einer kleinen Mauer vorbeikam, stand da plötzlich dieser Rotluchs. Er hatte keine Angst vor mir. Wir haben uns minutenlang angesehen, bis ein Auto hinter mir aufgetaucht ist. Dann ist er verschwunden.

Das Foto ist beeindruckend. Ich habe es auf Ihrer Homepage gesehen. Aber stört es Sie dann gar nicht, dass Elon Musk, dem man Verbindungen mit Rechten nachsagt, Twitter gekauft und in X umbenannt hat?
Meine Freunde waren alle besorgt darüber. Hunderte sind aus Twitter ausgestiegen, aber vor ein paar Jahren war das ja sogar noch die Plattform von Donald Trump. Für mich ist Twitter ein Ort, wo man seine wunderbaren Erfahrungen teilen kann. Da ist mir Musk egal. Ich lasse mir doch von ihm nicht zerstören, was ich da über die Jahre aufgebaut habe.

»Ich genieße jeden Moment von Trumps Prozess. Endlich wird er zur Rechenschaft gezogen«

Trump werden beste Chancen eingeräumt, wieder zum Präsidenten der USA gewählt zu werden. Viele sehen den Prozess gegen ihn sogar als Wahlwerbung. Haben Sie überhaupt noch ein wenig Hoffnung, dass Trump gegen Biden verlieren könnte?
Ich wäre tot, wenn ich keine Hoffnung hätte. Ich genieße jeden Moment von Trumps Prozess. Zum ersten Mal in seinem Leben wird er zur Rechenschaft gezogen. Endlich. Ich hoffe, dass die Frauen, die ihn beschuldigen, ihn besiegen werden, wie sie es 2022 getan haben. Aber für einen Wähler wie mich ist diese Wahl so frustrierend. Denn es spielt keine Rolle, ob ich wähle oder nicht, weil ich in Kalifornien lebe. Wirklichen Einfluss auf die Wahlen haben nur die Stimmen, die in den sieben Swing States abgegeben werden. Ich wage zu behaupten, dass eine Stimme in Ohio hundertmal mehr zählt als meine. Das liegt an unserem Wahlsystem. Das ist absurd und sollte deshalb endlich geändert werden, aber das wird nie geschehen. So kam es, dass zum Beispiel zwei Präsidenten, die wir seit Nixon hatten – also Bush und der jetzige Anwärter, der wieder versucht, das Amt zu bekommen – die Wahl verloren hätten, wenn die Anzahl der Stimmen entschieden hätte. Bush und Trump hatten um ein paar Millionen Stimmen weniger als ihre Gegner. Trotzdem haben sie die Wahl gewonnen. Aber ich bin gespannt, welche Folgen dieser Prozess haben wird. Ich freue mich sogar darauf. Denn Trump ist ein Krimineller. Er ist so lange mit seinem Betrug durchgekommen. Jetzt wird er endlich zur Rechenschaft gezogen.

Aber wie kommt es, dass in einem Land, wo ständig von „Wokeness“ die Rede ist, wo Bewegungen wie Black Lives Matter und #MeToo entstanden sind, die Leute jemandem zujubeln, der eine Diktatur ankündigt?
Schrecklich. Das macht mir schon Angst. Aber ich bin trotzdem ziemlich optimistisch, dass man ihn besiegen wird. Es kommt wieder auf eine Handvoll unentschlossener Wähler in den Swing States an. Aber die müssen sich das ansehen, wie dieser Kerl wegen Betrugs und wegen allem, was er verbrochen hat, verurteilt wird. Die Leute sollen endlich erkennen, dass der Typ ein Krimineller ist. Er behauptet ständig, was gegen ihn losgeht, sei eine Hexenjagd. Er hat ja wirklich versucht, die Regierung zu stürzen, und wir reden immer noch über ihn als Kandidaten.

Russische Künstler mussten sich nach Kriegsausbruch im Ausland rechtfertigen. Wie wird man mit amerikanischen Künstlern im Ausland umgehen, sollte Trump gewinnen?
Ich weiß es nicht. Ich habe mich während seiner Amtsperiode dafür geschämt, Amerikaner zu sein. Er ist eine nationale Schande. Aber lassen Sie uns doch lieber über meine Geschichten sprechen.

Wir waren bei den sprechenden Autos stehengeblieben. Sehe ich das richtig, dass diese Geschichte auch eine Anspielung auf künstliche Intelligenz ist?
Ja, natürlich. Wir haben das Internet, das uns alle verbindet und uns zugleich trennt. Wir werden in allen möglichen irren Splittergruppen isoliert. Wir lesen doch täglich in den Zeitungen, wie Teenager in diversen Foren verletzt werden. Aber wir sind alle von dieser Elektronik absolut abhängig. Das könnte zu einer Art Tyrannei der Technologie führen. Ich habe in einem Interview für das österreichische Fernsehen schon einmal darauf hingewiesen. Wir hatten doch diesen österreichischen Emigranten, Arnold Schwarzenegger. Er war einmal unser Gouverneur. Aber vorher war er ein Hollywoodstar. Er spielte im „Terminator“ einen Typen, der KI-Waffensysteme einsetzt, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Das war in den 1980er-Jahren. In einem solchen Szenario sind wir jetzt angekommen. Ich spreche von Drohnen. Überall sind Drohnen im Einsatz. Im Krieg in Gaza, in der Ukraine. Es ist schrecklich. Man fragt sich, ob diese Drohnen uns alle einmal zerstören werden.

Ich habe mich schon oft gefragt, warum es heute überhaupt Soldaten geben muss. Ganz naiv gefragt, warum lässt man nicht ausschließlich Drohnen gegeneinander kämpfen? Das wäre doch schon ein Fortschritt?
Ja, aber trotzdem werden die Drohnen Häuser bombardieren. Das ist das Schlimme an der modernen Kriegsführung, ich meine, an jeder Kriegsführung. Putin ist in der Ukraine einmarschiert. Es führt einen Vernichtungskrieg. Da werden alle erschossen, Kinder, Mütter, kleine Hunde. So sieht Krieg heute aus. Es geht darum, eine andere Bevölkerung auszulöschen, es geht nicht nur darum, sie zu besiegen, sondern sie ganz zu beseitigen.

Seit dem Anschlag der Hamas in Israel wird der Antisemitismus immer stärker. Auch an den Universitäten.
Wir haben bei einem unserer Interviews schon darüber gesprochen. Das ist der Aufstieg des Faschismus in Europa und Amerika. Eine schreckliche Zeit. Umso mehr müssen wir zusammenhalten und Trump besiegen.

Lassen Sie uns über ein anderes Ihrer Kernthemen sprechen, die Natur. In der Geschichte „Dies sind die Umstände“ erzählen Sie von erwachsenen Menschen, die 50 Dollar dafür bezahlen, dass sie mit einer Führerin zwei Stunden im Wald sitzen. Das nennen die dann „Naturbaden“. Ist das eine Satire?
Toll, dass Sie das lustig finden. Das ist meine Art von Humor, der verunsichert manche auch. Aber das gibt es wirklich. Ich finde solche Naturbäder absurd.

Den Leuten in der freien Natur passiert in Ihrer Geschichte nichts, aber wehe, wenn die Natur zu den Menschen in Gestalt von Insekten oder Reptilien nach Hause kommt. Sie schildern, wie eine Frau nach einem Spinnenbiss Arme und Beine verliert und ein Mann von einer Schlange gebissen wird, der er den Kopf abgeschlagen hat. Ist da etwas Wahres dran?
Die Geschichte mit der Schlange habe ich aus einer Zeitungsnotiz. Aber wenn man die Welt auf diese Weise betrachtet, könnte man sagen, es ist ein Wunder, dass wir alle noch leben. Denn in jedem Moment kann alles passieren. Jede Katastrophe. Ein Beispiel dafür ist diese Frau, die Arme und Beine verloren hat.

Die behauptet, sie hätte auch noch Glück gehabt.
Da geht es um ein Worst-Case-Szenario. Die Geschichte meint: Schauen Sie sich die anderen Unglücklichen an, das alles hätte Ihnen auch passieren können.

Bleibt uns am Ende nur noch das Lachen der Verzweiflung? Nick, der Mann, der von der toten Schlange gebissen worden ist, bricht am Ende der Geschichte in Gelächter aus.
Das ist das Lachen der Verzweiflung. Es ist alles so fragil. Man könnte diese Situation auch mit einem Zitat von Italo Calvino beschreiben: „Das Beste, das man hoffen kann, ist, dass man das Schlimmste vermeidet.“ Aber ich will Sie nicht länger deprimieren. Ich gehe jetzt gleich kayaken.

Lassen Sie uns vorher noch über die Geschichte „Ich nicht“, im Original „Not me“, sprechen. Sie erzählen darin von Beziehungen zwischen Lehrern und Schülerinnen und Lehrerinnen und Schülern. Ihre Geschichte spielt in einer Zeit, in der von #MeToo noch keine Rede war. Was hat sich durch diese Bewegung an den Hochschulen verändert?
Wir sind heute besser dran als früher, denn wir sind uns der Problematik bewusst.

Was aber, wenn zwei Menschen sich tatsächlich einig sind, dass sie zusammen sein wollen?
Ich bin überzeugt, dass es kein normales Verhältnis zwischen einem Lehrer und einer Schülerin oder einer Lehrerin und einem Schüler geben kann, denn irgendjemand wird in solchen Fällen immer zu irgendetwas gedrängt.

Ich würde es mir heute sehr gut überlegen, Lehrerin zu werden. Sie können jetzt noch leichter von ihren Schülern wegen angeblicher Übergriffe verklagt werden. Auch wenn nichts vorliegt, wäre die Karriere damit zerstört. Denn wer würde heute einem Lehrer glauben, wenn der von mehreren Schülerinnen wegen Übergriffen beschuldigt wird?
Ich war selber Lehrer und hatte einige Stalker, sehr verrückte Leute. Eine Studentin hatte tatsächlich ein psychisches Problem. Das habe ich gemeldet, habe aber auch gesagt, dass ich damit fertig werden würde. Ich behandelte sie wie alle anderen und ließ mir nichts anmerken. Ich dachte, sie würde ihre Obsession irgendwann auf jemand anderen übertragen. Aber dann, Jahre später, ist sie immer, wenn ich eine Lesung in New York hatte, in der ersten Reihe gesessen. Ein schwieriger Fall. Aber ich hätte den Lehrberuf nie aufgegeben, denn das ist ein toller Beruf. Man kann der Gesellschaft etwas zurückgeben. Dass ich so viele Jahre unterrichten werde, hätte ich mir nie gedacht, als ich damit angefangen habe. Ich hatte ja bald sehr viel Glück beim Schreiben und verdiente mehr mit meinen Büchern als durch den Unterricht. Deshalb konnte ich ganz frei entscheiden, ob ich weiter Lehrer bleiben wollte. Das machte diesen Beruf für mich zum Vergnügen. Das gab mir auch die Möglichkeit, im Unterricht mit Literatur zu arbeiten.

»Wir haben heute unsere hausgemachten Fundamentalisten im Land«

Würden Sie auch heute wieder Lehrer werden? Lehrer haben es heute noch schwerer.
Aber das ist der beste Beruf. Man kann dabei auch sehr viel für Literatur tun.

Auf Ihrer Homepage veröffentlichen Sie Ihr Twitter-Posting mit besten Wünschen an Ihren Freund Salman Rushdie. Haben Sie sein Buch „Knife“, seine Reflexionen über das Attentat, schon gelesen?
Noch nicht. Es hat mir das Herz gebrochen, als ich erfahren habe, was ihm passiert ist. Der Täter kannte nicht einmal seinen Roman. Da sieht man, dass es reicht, ein Gerücht in die Welt zu setzen, etwa dass einer ein schlechter Mensch sei oder etwas gegen eine Religion geschrieben hätte, und die Fundamentalisten bringen ihn um. Aber wir haben heute auch unsere eigenen hausgemachten Fundamentalisten im Land. Denken Sie an den MAGA-Haufen.

Sie meinen die Leute von „Make America Great Again“, die Trump-Anhänger?
Ja, die sind zu allem fähig. Da fragt man sich wirklich, ob wir überhaupt noch das Recht auf freie Meinungsäußerung haben können. Die bedrohen die Richter im Trump-Prozess. Man kann so eine Gesellschaft nicht akzeptieren, die keinen Respekt vor dem Gesetz hat.

Auf der anderen Seite gibt es auch Zensur. Gewisse Begriffe dürfen nicht mehr verwendet werden. Wohin führt das alles?
Denken Sie an Blake Bailey, den Biographen von Philip Roth. Sein Buch war ein Bestseller. Dann wurde behauptet, er hätte einige Frauen vergewaltigt. Studenten meldeten Übergriffe. Er wurde angeklagt. Das waren alles nur Anschuldigungen, aber sein Buch verschwand aus den Regalen. Sogar wenn er schuldig gesprochen wäre, bleibt die Frage: Was hat das alles mit dem Buch zu tun? Das erinnert doch an die Hexenprozesse aus dem Mittelalter. Man hat die Frauen in kaltes Wasser geworfen, wenn sie ertrunken sind, waren sie in Ordnung. Aber wenn sie sich an der Wasseroberfläche halten konnten, waren sie als Hexen überführt …

Und dann wurden sie verbrannt.
Wir beide können uns glücklich schätzen, dass wir heute überhaupt so ein Gespräch führen können. Aber es wird sich nicht viel ändern. Wie ich schon immer gesagt habe, wir sind alle verloren.

Noch ein Wort zu „Hundelabor“. Sie beschreiben, wie Medizinstudenten Hunde operieren mussten, um das Handwerk zu lernen. Wird das noch praktiziert?
Das ist heute verboten. Aber den Hund, von dem ich erzähle, hat es tatsächlich gegeben. Er fand im wirklichen Leben ein gutes Zuhause bei der Mutter dieses Freundes. Und jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Ich will, dass dieser Faschismus und all das von gegenseitiger Toleranz und von Verständnis füreinander ersetzt wird. Wie wäre es jetzt mit Love and Peace?

Das Buch

Sprechende Autos, ein Kreuzfahrtschiff in Geiselhaft eines Virus oder Lehrerinnen, die sich an Schülern vergehen. "I walk between the Raindrops"* von T. C. Boyle bei Hanser

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 20/2024 erschienen.

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