Fakten von

Arbeiten im Schlachthof

Welche psychischen und physischen Belastungen dieser Job mit sich bringt

Schlachthof © Bild: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP/Getty Images

In Österreichs großen Schlachthöfen werden jede Woche tausende Tiere geschlachtet. Was hinter den Türen von einigen Massenschlachthöfen passiert, darunter leiden beide - Tiere und Menschen. Die Tiere sterben oft erst nach einem qualvollen Todeskampf. Viele Schlachthofmitarbeiter arbeiten unter psychischer und physischer Belastung und für schlechte Bezahlung.

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Mitarbeiter treiben Schweine durch extrem schmale Gänge, Elektroschocks betäuben das Schlachtvieh, die Tiere schreien in Todesangst. Es folgt die Betäubung durch CO2-Gas. Das geht nicht ohne qualvolle Erstickungskrämpfe der Tiere vor sich. In Einzelfällen landen die Tiere sogar noch lebend im kochend heißen Brühkessel. Für Schlachthofmitarbeiter, die direkt mit den Tieren arbeiten, ist das tägliche Routine. Was macht das mit der Psyche der Mitarbeiter? Stumpft man mit der Zeit ab? Und wer macht diese schwere Arbeit?

Geringer Lohn für schwere Arbeit

Die Arbeit im Schlachthof ist nicht gerade gut bezahlt. Ein regulärer österreichischer Arbeitnehmer im Fleischergewerbe, zu dem auch ein Schlachtarbeiter zählt, verdient laut entsprechendem Kollektivvertrag um die 1.600 Euro brutto im Monat (circa 1.200 Euro netto). Doch häufig werden die Arbeiter gar nicht nach Kollektivvertrag bezahlt, sondern über Subunternehmen auf Werkvertragsbasis angeheuert, wie Erwin Kinslechner von der zuständigen Gewerkschaft Pro-Ge mitteilt. Das Wort Lohndumping geistert durch die Branche. In Schlachthöfen arbeiten laut Gewerkschaft immer weniger Fachkräfte, dafür steigt die Zahl der angelernten Arbeitnehmer und Werkvertragsarbeitnehmer. Letztere sind meist ungelernte Arbeiter und verdienen zwischen 1.000 und 1.300 Euro brutto. Sie kommen großteils aus Osteuropa, vor allem Ungarn. Steuer und Sozialversicherung müssen sie im jeweiligen Heimatland bezahlen, meist deutlich weniger als in Österreich. Nachtzuschläge und Überstunden werden oft gar nicht ausbezahlt. Die Werkvertragsarbeitnehmer beschweren sich nicht, weil sie in Österreicher immer noch besser verdienen als in ihrem Heimatland. Für die Gewerkschaft ist das eine problematische Situation.