Politik reagiert auf A21-Chaos im Schnee: Telematische Schritte als Langzeit-Projekt

Weitere Gesprächsrunden zur Optimierung geplant Heranziehen von Privatfirmen zur Räumung erwogen

Politik reagiert auf A21-Chaos im Schnee: Telematische Schritte als Langzeit-Projekt

Nach dem Schneechaos auf der Wiener Außenringautobahn (A21) und der Westautobahn (A1) ist eine Gesprächsrunde zwischen Vertretern von Asfinag, Bezirkshauptmannschaften, Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr einberufen worden. Als Zwischenergebnisse wurden einige Maßnahmen erörtert, unter anderem soll künftig im Fall des Falles rechtzeitig ein Lkw-Fahrverbot ausgesprochen und entsprechend früher umgeleitet werden, so Asfinag-Sprecherin Klaudia Niedermühlbichler.

Ein langfristiges Projekt sei, entsprechende telematische Schritte zu setzen, etwa die Errichtung von Überkopftafeln. Dort würden dann Lenker über aktuelle Änderungen informiert werden. Die Umsetzung gehe aber nicht "von heute auf morgen", so Niedermühlbichler. Die Asfinag-Sprecherin meinte, dass auch der Wintereinsatzplan überarbeitet werde.

Eine Optimierung werde das Asfinag-Krisenmanagement durchlaufen. So sollen Helfer an Ort und Stelle besser unterstützt werden, etwa im Bereich der Logistik. Erneuerte Gerätschaften soll es beim Winterdienst geben, erläuterte Niedermühlbichler.

Es werde nun auch in Erwägung gezogen, private Firmen zur Schneeräumung auf der Autobahn heranzuziehen. Es werde geprüft, inwieweit dies sinnvoll sein könnte.

Eine weitere Gesprächsrunde geht am Dienstag in Szene. Vertreter der Asfinag treffen mit Mitgliedern des ÖAMTC, ARBÖ und der "Ö3-Verkehrsredaktion" zusammen, erläuterte Niedermühlbichler.

Bereits zuvor hatte die Asfinag angekündigt, künftig früher eine Kettenpflicht anzuordnen und nötigenfalls rascher eine Autobahn-Sperre zu verhängen. Es solle "schneller reagiert" werden, hieß es nach einer internen Asfinag-Sitzung.

Die Kolonnen im Schnee auf der A21 standen von Donnerstagabend bis Freitag auf einer Länge von 21 Kilometern. Etwa 4.000 bis 5.000 Fahrzeuge waren betroffen. Nach und nach mussten diese von den Einsatzmannschaften entfernt werden. Hängengebliebene Lkw und Pkw auf der A21 machten den Einsatzkräften von Donnerstagabend an zu schaffen. Eine vorübergehende Totalsperre zwischen Knoten Vösendorf und Steinhäusl war die Folge, selbiges galt für die A1 in Richtung Bundeshauptstadt ab St. Pölten.

Rund 150 Helfer des Roten Kreuzes waren ausgerückt, um die wartenden Lenker samt Insassen mit Getränken und Decken zu versorgen. Zwei eigene Betreuungszentren wurden in der Folge bei der Autobahnmeisterei Alland sowie in einer Volksschule der Gemeinde errichtet. Die Kräfte verteilten insgesamt 3.000 Portionen Essen und 800 Decken. Gut 19 Stunden dauerte der Einsatz der Helfer. (apa/red)