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NEOS weiter gegen Wehrpflicht-Volksbefragung

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Hoyos will Politik über Wehrpflicht entscheiden lassen
©APA, MAX SLOVENCIK
Trotz der von Kanzler Christian Stocker (ÖVP) weiter forcierten Volksbefragung zur Verlängerung der Wehrpflicht bleiben die NEOS bei einem Nein zu einem solchen Instrument. "Die BürgerInnen erwarten sich zu Recht, dass die gewählte Politik Verantwortung übernimmt und Entscheidungen im Sinne der Menschen in Österreich und im Sinne der Republik trifft", so Generalsekretär Douglas Hoyos auf X. Dafür würden Politiker schließlich entlohnt. Bei der ÖVP gibt man sich "verwundert".

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Die Klubobleute hätten in der Vorwoche einen parlamentarischen Prozess definiert, wie man zu einer schnellen Lösung in der Frage der Verteidigungsfähigkeit und der Stärkung der Miliz komme, argumentierte Hoyos. "Dieser Prozess sieht keine Volksbefragung vor und daher ist eine solche auch nicht in der Regierung vereinbart und Thema."

Keine explizite Ablehnung, dafür aber Kritik am Kanzler kommt aus der SPÖ. "Das bisherige Vorgehen des größten Koalitionspartners dient weder der Sache noch dem Bild der Regierung", meinte SPÖ-Klubobmann Philip Kucher in der "Kleinen Zeitung" (online) und auf "oe24". "Dass das Regierungsprogramm weder eine Einigung zu einer Verlängerung des Grundwehrdienstes noch zu einer Volksbefragung kennt, ist bekannt", betonte Kucher. Allerdings: "Dass die Koalition im Stande ist, auch schwierige Fragen zu lösen, ebenfalls".

Stocker hatte zuletzt gegenüber mehreren Medien seine Volksbefragungs-Pläne etwas konkretisiert. Zur Auswahl stehen sollen zwei der fünf von der Wehrdienstkommission vorgeschlagenen Modelle - welche das sind, ließ er offen. Keine Option soll demgegenüber der Status Quo mit sechs Monaten Grundwehrdienst ohne Milizübungspflicht sein.

Die ÖVP rückte von ihrem Vorschlag auch nach dem NEOS-Nein nicht ab und warf Kritikern "Reformverweigerung" vor. Das Nein der NEOS versteht ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti als "Beginn eines Prozesses": "Es stehen noch genaue Ausgestaltungen der Volksbefragung vor uns und wir werden sehen, wie sich die Positionen im parlamentarischen Prozess entwickeln", meinte er in einer Aussendung. Am Ende brauche es für Änderungen beim Wehrdienstes eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. "Und diese wollen wir auf eine breite Zustimmung der Bevölkerung stützen." Man sei "definitiv verwundert, dass eine Partei, die für Bürgerbeteiligung steht, dem Volk nicht zutraut, eine solche Entscheidung zu treffen", sagte er in Richtung NEOS.

Empfohlen hatte die Wehrdienstkommission acht Monate Grundwehrdienst und zwei Monate verpflichtende Milizübungen. Daneben enthielt eine weitere Variante sechs Monate Grundwehrdienst mit insgesamt 100 Tagen Milizübungen sowie eine dritte Option vier Monate Grundwehrdienst und 140 Tage Milizübungen.

Daneben wurden noch zwei "Entwicklungsmodelle" für den Fall einer Veränderung der Sicherheitslage aufgezeigt: Die erste enthielt eine geschlechtsneutrale, allgemeine Wehrpflicht mit Rekrutierung vorwiegend auf freiwilliger Basis, 16 Monaten Grundwehrdienst und anschließender selektiver Übungspflicht, die zweite eine generelle Dienstpflicht aller Geschlechter mit acht Monaten Grundwehrdienst und anschließender selektiver Milizübungspflicht.

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