Kunstfleisch von

Burger aus dem Reagenzglas

Erstmals soll künstlich erzeugtes Fleisch in London öffentlich verkostet werden

Forscherin mit Reagenzgläsern hantierend. Sie trägt Mundschutz und sterile Arbeitskleidung. © Bild: thi9nkstock

Fleisch aus dem Reagenzglas könnte schon bald das Ernährungsproblem der Welt lösen, zumindest wenn es nach Wissenschaftlern wie Mark Post aus den Niederlanden geht. Gemeinsam mit Kollegen forscht der Wissenschaftler seit Jahren an der Erzeugung von Fleisch aus Muskelzellen von lebendigen Tieren. Wenn das Vorhaben gelingt, könnte es schon bald Fleisch geben, ohne das Tiere dafür sterben müssen. Heute, Montag den 5.8., wird das Fleisch erstmals verkostet.

Der steigende Hunger der Menschheit nach Fleisch verursacht enorme Probleme. Denn zunehmend fragen auch die Konsumenten in Entwicklungsländern größere Mengen Fleisch nach. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen braucht die Erzeugung von Fleisch jedoch enorm viel Wasser und immer größere Teile des fruchtbaren Ackerlands der Welt. Dazu kommen die Methangase, die Rinderherden ausscheiden, und die das Klima höchst negativ beeinflussen. Nicht zuletzt ist auch das Tierleid für mehr und mehr Konsumenten ein wichtiges Thema.

Seit Jahren wird deshalb an künstlichem Fleisch geforscht. Wenn dieses Vorhaben gelingt und die Produktion so günstig würde, dass sie in Massenproduktion gehen könnte, dann könnte es schon in wenigen Jahren Fleisch aus der Fabrik geben. Dieses würde dann aus Muskelzellen von Tieren gewonnen. Die Zellen werden in einer Nährstofflösung zum Wachstum gebracht und sollen solcherart „heranwachsen“. Durch Zugabe von Gewürzen könnte man so beispielsweise auch gleich das ganze Burgerfleisch künstlich erzeugen.

Bei ersten Verkostungen2011 überzeugte das Fleisch der Maastrichter Forscher geschmacklich jedoch noch nicht. Inzwischen soll es erhebliche Fortschritte gegeben haben. Wie weitgehend diese sind, ist noch nicht bekannt. Doch heute, am 5.8.2013, soll in London die Feuerprobe erfolgen. Erstmals wird das Fleisch heute von zwei Freiwilligen verkostet. Der Professor der Universität Maastricht, Mark Post, selbst ist optimistisch und geht laut „Business Insider“ davon aus, dass das Fleisch schon in 10 bis 20 Jahren kommerziell erstellbar wäre.

Kommentare

Es ist doch nur mehr zum kotzen. Am besten sollte man die Politiker damit füttern.

Na Super! Meine ältere Tocheter wird gerade zur militanten Vegetarierin. Was man sich da anhören muss Teile von Tierkadavern in den Kühlschrank zu räumen.

Warum sollte das nicht viel schneller gehen? Penezilin kam auch in nur 4 Jahren vom Laborversuch in die Massenproduktion.

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