Arbeitslosigkeit von

Jugend ohne Arbeit

22 Prozent der europäischen Jugendlichen arbeitslos - Metropolen suchen Ausweg

Jugendlicher sitzt auf Treppe im Dunkeln © Bild: Thinkstock

Rund 5,6 Millionen oder 22 Prozent der Jugendlichen in Europa sind im Schnitt der 28 EU-Länder arbeitslos (Februar 2015). Dabei spreizt sich die Schere laut EU-Statistik zwischen 7,7 Prozent in Deutschland und 53,2 Prozent in Spanien, wie Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Mittwoch in Berlin anlässlich der Konferenz "Zukunft der Jugend in europäischen Metropolen" erläuterte.

"Die Jugend leidet am meisten unter der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise", sagte Kolat. "Wir dürfen nicht ganze Generationen verloren geben."

Entwicklung gemeinsamer Strategien

Ziel der Konferenz mit Vertretern aus europäischen Metropolen sei es, sich bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln, so die Senatorin. Berlin stellte zehn Punkte zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vor, die bereits erfolgreich erprobt wurden. In Berlin sank die Quote der jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ohne Job von 14,1 Prozent im September 2011 auf 10,4 Prozent im März 2015. Damit hält Berlin bundesweit allerdings immer noch die rote Laterne.

Zum Vergleich: In Athen waren Ende 2013 60,6 Prozent der 15-bis 25-Jährigen ohne Arbeit, in Madrid 48,8 Prozent, in London 21,8 Prozent, in Wien 13,4 Prozent, in Berlin 13,1 Prozent und in Prag 12,6 Prozent. Insgesamt sinke die Jugendarbeitslosigkeit seitdem leicht - europaweit von Februar 2014 bis Februar 2015 um 0,7 Prozent, in Griechenland immerhin um 1,5 Prozent, sagte Kolat.

Gestamtstrategie notwendig

Notwendig sei eine Gesamtstrategie, in der alle Akteure wie Jobcenter, Schulen, Staat und Wirtschaft ihre Ziele und Programme aufeinander abstimmen, betonte Kolat. Allgemein gelobt wurde auf der Konferenz das Prinzip der dualen Berufsausbildung aus Lehre und Berufsschulausbildung, das außer in Deutschland nur noch in Österreich, der Schweiz und Dänemark praktiziert werde.

Als wichtige Bausteine nannte die Senatorin auch eine frühe Berufsorientierung in den Schulen, eine gezielte Förderung von Lehrlingen mit Migrationshintergrund und die individuelle Begleitung der jungen Menschen von der Schule zur Ausbildung in den Jugendberufsagenturen. Auch eine gezielte Nachqualifizierung von älteren arbeitslosen jungen Menschen sei sinnvoll. "Man kann auch mit 25 Jahren noch einen Berufsabschluss machen", sagte Kolat.

Kommentare

christian95 melden

Die EU ist ein Erfolgsprojekt für Konzerne. Wir zahlen immer höhere Beiträge nach Brüssel, zu den Schuldenländern, unsere Wirtschaft liegt danieder, haben eine Rekordsteuerbelastung....
Nach dem Krieg bis zum Kreisky wurde unser Steuergeld im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen. Mit deutlich niedrigerer Steuerquote haben unsere Vorfahren diesen zerbomten Staat

christian95 melden

mit den heute nicht mehr finanzierbaren Sozialleistungen wieder aufgebaut.
Diese Politiker(Innen) müssen sich "im Grabe umdrehen" wenn sie sehen was ihre Nachfolger aus diesem Staat gemacht haben.

Nudlsupp melden

Ich weiß daß Sie auch Wirtschaft nicht verstehen. Sie bevorzugen ja das Kärntner Modell, wo das hingeführt hat, wissen wir mittlerweile ja alle. Versuchen Sie zumindest ansatzweise den Zusammenhang zwischen Exportüberschüssen des einen Landes mit dem Defizit des anderen Landes in Zusammenhang zu bringen. Wir haben jahrelang gut vom Export gelebt und hier Arbeitsplätze geschaffen.

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