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Die Gas-Arbeitspreise sind laut Durchblicker seit Februar um rund 35 Prozent gestiegen. Lag das günstigste Angebot im Februar noch bei 3,85 Cent netto pro kWh, so sind es heute bereits 5,20 Cent netto. Obwohl das ein deutlicher Anstieg ist, bleibt er weit hinter der Entwicklung im Großhandel zurück: Dort verteuerte sich Erdgas seit Beginn der Kriegshandlungen um rund 90 Prozent.
Auf der Gesamtrechnung fällt die Steigerung allerdings moderater aus, da andere Vertragsbestandteile wie etwa der Grundpreis oder Wechselboni den Anstieg beim Arbeitspreis abfedern. So hätte ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 12.000 kWh vor einem Monat beim günstigsten Fixpreistarif noch Kosten von 1.151,38 Euro pro Jahr gehabt. Heute zahlt derselbe Haushalt beim günstigsten Fixpreistarif 1.342,11 Euro jährlich, also ein Plus von rund 17 Prozent, rechnete Durchblicker vor.
Bei Stromtarifen ist ebenfalls ein Anstieg merkbar, auch wenn dieser geringer ausfällt. Der günstigste Arbeitspreis im Februar lag noch bei 9,10 Cent, heute liegt der günstigste Arbeitspreis bei 10,50 Cent und ist damit um 15 Prozent gestiegen. Auf der Gesamtrechnung ist der Anstieg auch hier geringer: Ein Musterhaushalt hat beim günstigsten Tarif im Februar noch 920 Euro im Jahr gezahlt und muss heute für denselben Verbrauch 990 Euro zahlen - ein Plus von rund 8 Prozent.
"Unsere Empfehlung ist klar: Wer noch keinen Fixpreistarif hat, sollte jetzt wechseln und sich gegen Preissteigerungen absichern. Viele Haushalte tun das bereits. Die Nachfrage nach Fixpreis-Gastarifen ist im Vergleich zu Anfang Februar um 41 Prozent gestiegen", sagte Florian Koiner von Durchblicker. Für den Vergleich hat Durchblicker einen Durchschnittswert für alle Bundesländern herangezogen. In den jeweiligen Netzgebieten können die Kosten aufgrund unterschiedlich hoher Netzgebühren abweichen.
Auch die Regulierungsbehörde E-Control, wo alle Stromanbieter Österreichs ihre aktuellen Tarife melden müssen, empfiehlt derzeit jenen, die keine Bindung haben, sich bei Strom und Gas einen günstigen Tarif mit Preisgarantie zu sichern. Wichtig sei es darauf zu achten, dass der Vertrag eine Vertragsbindung von zwölf Monaten habe, weil damit der Fixpreis für beide Seiten gelte. Bei Lieferverträgen ohne Bindung kann der Anbieter nämlich jederzeit - selbst bei aufrechter Preisgarantie - aus dem Vertrag aussteigen.
Bestandskunden mit Fixpreistarifen müssen vorerst keine Preiserhöhungen befürchten. Falls der Konflikt aber länger anhält, wird davon ausgegangen, dass die gestiegenen Preise eines Tages auch bei den Haushaltskunden ankommen werden, die aktuell noch durch Fixpreise geschützt sind. Viele Energieversorger kaufen ihre Strom- und Gaskontingente lange im Voraus und in mehreren Tranchen ein, dadurch werden Preisspitzen abgemildert. Bleiben die Großhandelspreise aber länger auf dem aktuellen Niveau, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie das höhere Preisniveau weitergeben müssen.






