Mahdi Allagha, Peter Sablatnig, Ludwig Stepan, Ernst Holzapfel, Helene Stainer, Markus Stainer und Helmut Schoba
©WildbildBeim Wirtschaftstalk „Senat-Lounge“ im Salzburger bluebird.space diskutierten Senat der Wirtschaft, Sedus und NEWS über Produktivität, Unternehmenskultur und die Rolle physischer Begegnungen im Arbeitsalltag.
Nur noch neun Prozent der Beschäftigten in Österreich fühlen sich ihrem Unternehmen laut Gallup Institut emotional stark verbunden. Damit liegt Österreich laut einer Analyse der Agenda Austria im internationalen Vergleich am Ende des Rankings. Während in den USA noch rund jeder dritte Arbeitnehmer eine enge Bindung zum eigenen Job angibt, wächst hierzulande die Distanz zwischen Unternehmen und Belegschaft.
Welche Folgen das für Innovationskraft, Unternehmenskultur und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hat, stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Salzburger bluebird.space. Der Coworking Space wurde erst kürzlich als schönster Coworking Space ausgezeichnet. Veranstaltet wurde der Abend vom Senat der Wirtschaft, Sedus und NEWS.
Präsenz als strategischer Faktor
Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, welche Rolle physische Arbeitsorte künftig für Unternehmen spielen. Der Tenor der Teilnehmer: Präsenz dürfe nicht mehr als reine organisatorische Notwendigkeit betrachtet werden, sondern müsse als strategischer Faktor verstanden werden.
Mahdi Allagha, Mitglied der Geschäftsleitung im Senat der Wirtschaft, sprach von einer notwendigen „Produktivitätsoffensive“, um Unternehmen und Mitarbeiter wieder stärker zusammenzuführen. „Wir können nicht auf politische Wunder warten, während die Identität unserer Betriebe schleichend ausgehöhlt wird. Unternehmerische Freiheit bedeutet, voranzugehen und Räume zu schaffen, in denen Leistung wieder gemeinsam gelebt wird. Wir kommen nur als starke Gemeinschaft aus der Krise – das schaffen Geschäftsführer nicht allein, sondern nur im Schulterschluss mit ihren Mitarbeitern. Es geht um nicht weniger als den Erhalt unseres Wohlstands und unseres Sozialstaates.“
Die besten Bilder der Veranstaltung
Das Vakuum des Home Offices
Auch Ernst Holzapfel, Head of Marketing bei Sedus, sieht in der zunehmenden Distanz innerhalb vieler Unternehmen ein Problem für Innovationsprozesse und Wissensvermittlung. In seinem Vortrag verwies er auf die Bedeutung persönlicher Begegnungen im Arbeitsalltag. „Innovation entsteht nicht im Vakuum des Home Offices, sondern durch die Reibung im Raum. Wir erleben gerade den schleichenden Verlust der Unternehmenskultur durch zu viel Distanz. Wenn wir uns nur noch über Kacheln am Bildschirm sehen, verlieren wir bis zu 70 % des sozialen Lernens“, so Holzapfel.
Peter Sablatnig, Geschäftsführer von Sedus, betonte die Bedeutung von Arbeitsräumen für Identifikation und Leistungsfähigkeit: „Das Büro ist kein Kostenfaktor, den man wegoptimieren sollte. Es ist das wichtigste Werkzeug für Wirksamkeit. Wir gestalten Orte, die Zugehörigkeit signalisieren – denn nur wer sich zugehörig fühlt, leistet Außergewöhnliches.“
Räume, die inspirieren
Die Gastgeber des Abends, Helene und Markus Stainer, verstehen den bluebird.space ebenfalls als bewusst gestalteten Ort der Begegnung. Markus Stainer sieht darin eine zentrale Voraussetzung für Innovationsprozesse und Unternehmenskultur.
„Innovation entsteht durch das unmittelbare Aufeinandertreffen von Menschen und Energie. In Anlehnung an das Churchill-Credo gilt: Wir formen unsere Gebäude, danach formen sie uns. Wer die Identität seines Unternehmens sichern will, muss Räume bieten, die inspirieren.“







