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Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer rechnet allerdings damit, dass die heimische Wirtschaft den Erholungskurs des ersten Quartals fortsetzen können wird. "Die Stimmungsverschlechterung zu Beginn des zweiten Quartals spricht aber zumindest für die kommenden Monate für sehr verhaltene Wachstumsaussichten." Zudem gehen die Bank-Austria-Ökonomen davon aus, dass die Folgen des Nahostkonflikts für die österreichische Wirtschaft "jedenfalls bis in den Winter spürbar bleiben".
Geopolitische Unsicherheiten und die Inflationsbeschleunigung infolge der steigenden Treibstoffpreise drückten auf die Zuversicht der Verbraucherinnen und Verbraucher, die so gering wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren ausfiel. Wegen der daraus möglicherweise resultierenden Zurückhaltung im Konsum hätten die Dienstleister bereits ihre Geschäftsaussichten reduziert. Auch der Bau verzeichnete Stimmungsrückgänge, während sich die Stimmung in der Industrie trotz Iran-Kriegs leicht entspannt hätte.
Für 2026 erwartet Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent, für 2027 eine Beschleunigung auf 1,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sieht er 2026 auf 7,5 Prozent steigen, bevor sie 2027 erstmals seit fünf Jahren wieder sinken soll. Die Inflation soll ihren Höhepunkt erst gegen Ende des Jahres mit Werten von über 3,5 Prozent erreichen. Im Jahresdurchschnitt 2026 rechnet der Ökonom mit einer Teuerung von 3 Prozent.
Den Ökonomen zufolge wird eine baldige Leitzinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) immer wahrscheinlicher. "Wir erwarten Zinsanhebungen der EZB im Juni und im September um insgesamt 50 Basispunkte, wobei wir hinsichtlich der Anhebung im Juni mittlerweile sehr sicher sind", so Bruckbauer. Die EZB verfolgt das Ziel, die Inflationsrate im Euroraum mittelfristig auf 2 Prozent zu halten.





