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Vor einem Jahr (26. August 2025) waren die Speicher in Österreich mit 81 Prozent doch stärker gefüllt, zeigt ein Blick auf die Daten der Austrian Gas Grid Management (AGGM). 2022 war die Füllung etwa gleich hoch wie derzeit, 2021 in der Energiekrise war sie noch nicht einmal bei 50 Prozent und erreichte das ganze Jahr über keine 60 Prozent - trotzdem war die Versorgung stabil. Außer 2025 war die Befüllung 2023 und 2024 aber höher als aktuell. Betrachtet man den Befüllungsdurchschnitt der vergangenen sieben Jahre am 26. August, so liegt dieser laut APA-Berechnungen auf Basis der AGGM-Daten bei 78,1 Prozent. Aufgrund von Veränderungen der technischen Kapazität der Speicher sind die prozentuellen Speicherstände für eine mehrjährigen Vergleich allerdings weniger aussagekräftig als die eingespeicherten Gasmengen in TWh, hält die Regulierungsbehörde E-Control fest.
Fachleute führen den heuer etwas geringeren Füllstand verglichen zum Vorjahr auf die Gaspreise zurück, die just angestiegen sind, als die Zeit der Einspeicherung heuer begann. Grund dafür war der US-israelische Krieg mit dem Iran. Während Österreich dank der hohen Speicherkapazitäten trotzdem versorgungssicher ist, gab es in Deutschland zuletzt bereits den Aufruf der dortigen Bundesregierung an die Marktbeteiligten, die dort recht leeren Speicher rasch vor der kalten Jahreszeit aufzufüllen.
Derzeit liegt der Preis für eine Megawattstunde Gas bei 66 Euro an der Börse. Vor einem Jahr waren es noch 33 Euro.
"Österreich hat vorgesorgt und ist bei der Gasversorgung besser aufgestellt als viele andere europäische Länder", meinte Hattmannsdorfer am Mittwoch in einer schriftlichen Mitteilung. "Unsere Speicher können mehr Gas aufnehmen, als Österreich in einem Jahr verbraucht. Diese starke Speicherinfrastruktur und die Strategische Gasreserve geben uns Versorgungssicherheit und sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für unseren Standort. Während andere Länder in der Krise reagieren, agieren wir vorausschauend und können so Haushalte und Unternehmen rund um die Uhr versorgen."
Der Speicherstand von rund 66 Prozent entspricht etwa 66 Terawattstunden (TWh) Gas, die gesamte Speicherkapazität beträgt 100 TWh. Der Jahresverbrauch in Österreich lag zuletzt zwischen 75 und 80 TWh.
Der Grad der Einspeicherung beträgt laut Hattmannsdorfer europaweit derzeit durchschnittlich etwa 62 Prozent und ist damit geringer als hierzulande, "obwohl Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern über besonders große Speicherkapazitäten verfügt". Der Politiker verweist in Bezug auf die Versorgungssicherheit für Haushalte und Industrie auch auf die strategische Gasreserve, verpflichtende Gasvorräte für Kraftwerke sowie besonders geschützte Reserven von Industriebetrieben. Die strategische Gasreserve war wie berichtet zuletzt bis April 2029 verlängert worden.
"Gasspeicher sind insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei höherem Verbrauch relevant", erinnert Christoph Dolna-Gruber von der Energieagentur in Unterlagen des Wirtschaftsministeriums vom Donnerstag. "Die aktuell in Österreich bereits gespeicherten Gasmengen in Kombination mit stabilen Importen und verstärkter inländischer Erzeugung in Wittau lassen uns zuversichtlich in den Winter blicken." Durch die Förderung in Wittau steigt die Eigenversorgung Österreichs bei Erdgas um mehrere Prozentpunkte. Versorgungssicherheit entstehe nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein Zusammenspiel strategischer Reserven, robuster Infrastruktur, Flexibilitäten und Diversifizierung, so der Fachmann. Dazu käme dann noch ein mit effizienten Technologien reduzierter Energiebedarf sowie verstärkter Umstieg auf selbst erzeugbare Energieträger.
