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Konkret soll eine "Made-in-Europe-Pflicht" für Wechselrichter eingeführt werden. Hattmannsdorfer begründete dies mit einer Stärkung der europäischen Produktion sowie der heimischen Wertschöpfung. Zudem solle es der technologischen Unabhängigkeit und Cybersicherheit dienen. Mit Fronius hat Österreich einen großen Wechselrichter-Hersteller, der durch Huawei und andere chinesische Hersteller jedoch zunehmend unter Druck geraten ist.
Der Minister plant künftig eine "gezielte Förderung systemdienlicher Speicher". Voraussetzung für die Förderung von Batteriespeichern, auch ohne gleichzeitige PV-Installation, soll die Einbindung in ein Energiemanagementsystem sein. Zusätzlich soll entweder die netzwirksame Leistung auf 50 Prozent der Modulleistung der PV-Anlage reduziert oder ein Vertrag mit einem dynamischen Einspeisetarif nachgewiesen werden.
Der massive PV-Boom in Österreich seit der Energiekrise 2022 zwingt die Regierung, bei der Energiepolitik gegenzusteuern. Der Zubau neuer Sonnenstromanlagen soll zwar nicht gebremst werden, aber der Strom daraus soll zwischengespeichert werden, damit die Strompreise nicht nur dann niedrig sind, wenn die Sonne scheint. "Systemdienlichkeit" nannte dies Hattmannsdorfer in einem Pressegespräch, das er gemeinsam mit Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) abhielt.
Die negativen Strompreise zur Mittagszeit kommen auch dem Staat immer teurer, weil die staatliche Ökostrom-Abwicklungsstelle OeMAG selbst bei negativen Preisen eine Einspeisevergütung an PV-Anlagenbetreiber ausbezahlt. 2025 verursachte die Differenz zwischen den Börsenpreisen und dem OeMAG-Marktpreis Kosten von 15 Mio. Euro, für heuer werden bereits 60 Mio. Euro prognostiziert. Allein an den ersten Mai-Wochenenden fielen Kosten von 5 Mio. Euro an, so Hattmannsdorfer.
Zehetner schloss auf Nachfrage nicht aus, den Marktpreis, den die OeMAG zahlt, weiter zu senken. "Wir müssen uns alle Komponenten ansehen, die Fehlanreize setzen", sagte Zehetner. "Das Wichtige ist, dass wir das System ändern, damit wir es nicht beanreizen, dass man in negativen Stunden gefördert einspeist." Bereits 2023 war die Berechnung geändert worden. Seither wird in Monaten mit viel PV-Einspeisung nur noch 60 Prozent des früheren Wertes ausgezahlt.
Ändern sollen sich ab 2027 auch die Netztarife. Auch hier soll es Anreize geben, den Strom dann zu verbrauchen, wenn besonders viel Sonnenstrom im Netz vorhanden ist. Einen Vorgeschmack liefert hier seit 1. April der sogenannte "SNAP" (Sommer-Nieder-Arbeitspreis), bei dem die Netzentgelte bis Ende September zwischen 10 und 16 Uhr um 20 Prozent niedriger sind. Wie genau die Netztarife ab dem kommenden Jahr aussehen werden, legt die zuständige Regulierungsbehörde E-Control fest. Deren Verordnung soll noch vor dem Sommer in Begutachtung gehen, wie Zehetner sagte. Der politische Wunsch sei, in puncto Anreize das Maximum rauszuholen, um möglichst viel an Flexibilität zu erreichen und das volle Maß an Digitalisierung auszunutzen.






