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Schon am Wochenende seien 9.000 Passagiere auf 43 annullierten Flügen gestrandet. Direkt betroffen seien acht Airlines, die Wien mit sieben Destinationen in der Golfregion verbinden. Die Krise zeigt sich auch auf dem Flughafen-Vorfeld: Mit zwei Airbus A380 von Emirates, einer Boeing 777 von Etihad und einem A320 von Qatar Airways würden derzeit ungewöhnlich viele Flugzeuge der Golfairlines in Wien parken.
Jenen, die wegen der Bombardements nicht nach Österreich zurückfliegen können, will der Flughafen keine zusätzlichen Parkgebühren verrechnen. "Diese Zusatztage werden wir kompensieren", sagte Vorstand Günther Ofner.
Der Flughafen-Vorstand peilt für heuer einen Gewinn von 210 Mio. Euro an. An diesem Ziel hält der Airport vorerst auch trotz der Eskalation in Nahost fest. Es "wäre aus meiner Sicht deutlich verfrüht", die Prognose jetzt schon zu ändern, sagte Jäger. Es sei nicht absehbar, ob der Krieg ein paar Tage oder Wochen oder viele Monate dauern wird.
Der Vorstand hatte bereits bei Bekanntgabe der Prognose im Jänner eingeschränkt, dass diese unter der Annahme erfolgt sei, "dass es zu keinen weiteren geopolitischen Auswirkungen oder massiven Verkehrsbeschränkungen kommt".
Allerdings: Wenn sich die Lage rasch beruhigt, seien die finanziellen Auswirkungen gering. Einige wenige Wochen machen für die Gewinnprognose keinen Unterschied, so Jäger. Vorstandskollege Ofner sagte, dass auch der bisherige Anstieg des Ölpreises sehr moderat ausgefallen sei. Entscheidend sei hier, für wie lange die Straße von Hormuz blockiert werde. Eine längere Blockade hält Ofner "im Moment für nicht sehr wahrscheinlich".
Gleichzeitig erinnerte Jäger auch an seine Ersteinschätzung zur Coronapandemie, die er im März 2020 abgegeben hatte und wo er davon ausging, die Auswirkungen würden ebenfalls nur wenige Wochen anhalten. Sein Schluss daraus: "Was immer wir heute sagen, ist pure Spekulation." Es gelte abzuwarten, um die Situation besser einschätzen zu können.
Der Vorstand will für das Geschäftsjahr 2025 trotz eines Gewinnrückgangs um mehr als zehn Prozent an der Dividendenhöhe festhalten. Die Aktionäre, darunter das Land Niederösterreich und die Stadt Wien mit je 20 Prozent, sollen wie im Vorjahr 1,65 Euro pro Aktie ausgeschüttet bekommen. Wegen Abschreibungen von 56 Mio. Euro nach dem Stopp der geplanten dritten Start- und Landebahn sank der Gewinn auf 210 Mio. Euro, nach 240 Mio. Euro 2024, wie das börsennotierte Unternehmen am Montag mitteilte. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro.
