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Aufgrund der Vogelgrippe in Europa wurden außerhalb Österreichs bisher rund 12 Millionen Legehennen gekeult. Die europaweite Eier-Knappheit führt dazu, dass hierzulande manche Gastronomiebetriebe und Industrieunternehmen, die sonst billigere Importware verarbeiten, heimische Eier kaufen. Dadurch gibt es für die Supermarktketten weniger österreichische Eier im Einkauf. Bio-Eier in 10er-Packungen sind derzeit in den Geschäften oftmals schnell ausverkauft. Auch in innerstädtischen und kleinen Supermarktfilialen leeren sich die Eier-Regale schneller.
Um besser versorgt zu sein, hat die Supermarktkette Spar nun Frischeier von einem bayerischen Betrieb ins Sortiment genommen. Die Eier aus Bayern werden in Spar-Filialen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Tirol verkauft. "Dieser Schritt hat bei uns zu großer Verärgerung geführt", sagte Eier-Produzentenvertreter Wenninger. Die Eierbauern würden sich gegenüber den Handelsketten an die einjährigen Lieferverträge halten, am Spotmarkt würden die Produzenten einen höheren Preis bekommen. Derzeit werden wieder neue Eier-Lieferverträge zwischen dem Handel und den Eierbauern verhandelt. "Der Iran-Krieg verheißt nichts Gutes", so Branchenvertreter Wenninger. Die gestiegenen Kosten müsse man vom Handel abgegolten bekommen.
Mit einer Produktion von über zwei Milliarden Eiern pro Jahr hat Österreich einen Eigenversorgungsgrad von rund 87 Prozent. Durch den Ausbau der Legehennen-Ställe werde der Selbstversorgungsgrad um 5 Prozentpunkte steigen, sagte AMA-Marketing-Vertreter Martin Greßl bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Österreicherinnen und Österreicher essen laut AMA-Marketing im Schnitt rund 250 Eier pro Jahr. Der österreichische Lebensmittelhandel setzt fast ausschließlich auf österreichische Frischeier. "Dieses klare Bekenntnis zum österreichischen Ei ist nicht selbstverständlich", so der AMA-Marketing-Vertreter. Zu Ostern sind besonders gefärbte und gekochte Eier gefragt, bei denen aber keine Herkunfts- und Haltungsformenkennzeichnung verpflichtend ist. "Wer sicher sein möchte, dass das Ei aus Österreich stammt, sollte beim Kauf auf das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel oder das AMA-Biosiegel achten", sagte Greßl.
Um den heimischen Absatz hierzulande abzusichern, fordert die EZG-Frischei weiterhin eine verpflichtende Eier-Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und Lebensmittelindustrie. Die Eierproduzenten-Vertreter wünschen sich von den Eier-Packstellen und Supermarktketten "faire Preise". Um mehr Eier zu produzieren, brauche es außerdem einen Abbau bürokratischer Hürden beim Stallbau.
++ ARCHIVBILD ++ ARCHIV - 05.01.2026, Hamburg: Eine Mitarbeiterin stellt Eier in ein Regal in einem Supermarkt. (zu dpa: «Eierproduktion hält mit Nachfrage nicht Schritt») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. (ARCHIVBILD VOM 5.1.2026)






