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Alle Seiten sollten sich gemeinsam für eine offene Entwicklung von KI einsetzen, so der Außenamtssprecher weiter. Am Wochenende hatten erneute Aufrufe von KI-Techbossen in den USA, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zu verlangsamen, für Aufregung gesorgt. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, machte einen solchen Vorstoß. Zuspruch kam von Rivalen wie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman, sowie Tech-Milliardär Elon Musk.
Nach den Hacking-Angriffen sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, hatte Amodei am Samstag geschrieben. Er warnte außerdem vor einer Gefahr für die nationale Sicherheit, sollten Projekte mit Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas die Oberhand gewinnen.
China treibt einen ambitionierten KI-Entwicklungsplan voran. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte erst am Wochenende beim Gipfel der als Gegengewicht zum Westen geltenden BRICS-Staaten im indischen Neu-Delhi vorschlagen, gemeinsam auf Ebene der Staatengemeinschaft sich rasch auf gemeinsame KI-Regulierungen zu einigen.
Bisher gelten US-Firmen als Technologieführer in KI. Doch Beobachter sehen, dass chinesische KI-Unternehmen schnell aufholen. Zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt herrscht schon länger ein Wettrennen um die Vormacht bei KI.
Chinas staatliche Zeitung "Global Times" sah in Amodeis Vorschlag vom Wochenende den Versuch, China einzuschränken. "Der Artikel ist gespickt mit Maßnahmen zur Eindämmung Chinas und stellt im Grunde genommen ein "Strategiehandbuch aus dem Kalten Krieg" für den KI-Sektor dar."
Der KI-Experte Dennis-Kenji Kipker hält Warnungen führender KI-Unternehmen vor einer außer Kontrolle geratenden künstlichen Intelligenz indessen für grundsätzlich berechtigt. Zwar seien konkrete Zeitangaben empirisch nicht belegbar, sagte der Professor vom Cyber Intelligence Institute (CII) im ZDF-"Morgenmagazin". "Was man aber definitiv sagen kann, ist, dass wir einem KI-GAU immer näher kommen."
Die Entwicklung bei KI vergleicht Kipker mit einem Kartenhaus: "Wir bauen immer höher, immer schneller das KI-Kartenhaus." Je mehr KI-Bestandteile in Systeme eingebaut würden, desto größer werde das Risiko - etwa in der Energieversorgung, in Logistik und Lieferketten, bei Finanzmarktinfrastrukturen und militärischen Waffensystemen. Fielen KI-gesteuerte Systeme in kritischen Infrastrukturen aus, könne das "sofort Kaskadeneffekte für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung nach sich ziehen". Zudem nutzten Cyberkriminelle die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz zunehmend für Angriffe auf Staat und Verwaltung.
Kipker sagte auch, die EU sei lange für ihr KI-Gesetz belächelt worden, inzwischen könne sie in diesem Bereich "sogar Vorreiter geworden" sein. Als größter Binnenmarkt und großer Kunde von KI-Systemen könne die EU künftige Sicherheitsstandards prägen.
