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Viele Schüler empfinden Hausübungen vor allem als Zeiträuber

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Bei den Hausübungen sind TikTok und Co. eine große Ablenkung
©APA, dpa, Hannes P Albert
Die Hälfte der Kinder und Jugendlichen ab zehn verbringt täglich 30 bis 60 Minuten mit Hausübungen, zeigt eine aktuelle Online-Umfrage des Nachhilfeinstituts Lernquadrat und des Bundeselternverbands (1.200 Zehn- bis 19-Jährige, 400 Eltern). Ein Drittel braucht noch länger, ein Teil der Schüler mit schlechten Noten sogar über eineinhalb Stunden. Sinnvoll findet Hausübungen aber nur ein Drittel der Befragten, für 40 Prozent geht Zeit für Lernen und Hobbys verloren.

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Laut den Unterlagen zur Online-Pressekonferenz vom Donnerstag hat ein Fünftel der Befragten regelmäßig Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben, vor allem in Mathematik, Deutsch und Englisch. Knapp fünf Prozent verstehen sogar selten bis nie, was genau bei der Hausübung zu tun ist. Gleichzeitig bekommen nur wenige Schüler regelmäßiges Feedback auf ihre Arbeit: Ein Drittel bekommt laut der Umfrage selten oder nie Rückmeldungen, ein weiteres Drittel nur manchmal.

Mit der Menge der Hausaufgaben haben zwar insgesamt nur vier von zehn Befragten ein Problem, unter Schülern mit schlechteren Noten sind allerdings 59 Prozent damit überfordert. Über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen, die sich in der Schule schwertun, findet Hausübungen außerdem (eher) sinnlos und gibt an, dabei so gut wie nichts dazuzulernen. Einen positiven Einfluss von Hausübungen auf die Note erwartet insgesamt nur ein Viertel der Schüler.

Für ein Abschaffen der Hausaufgaben sind zwar laut Umfrage gerade einmal 13 Prozent der Schülerinnen und Schüler und nur 11 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie unnötig sind. Für 40 Prozent bedeuten sie allerdings weniger Zeit, um für Prüfungen zu lernen und für 45 Prozent weniger Freizeit. Einem Drittel würde die Schule laut Umfrage ohne Hausaufgaben mehr Spaß machen.

Bei der Herangehensweise an die Arbeitsaufträge zeigen die Umfrageergebnisse große Unterschiede: Vier von zehn Befragten machen sie so genau und ordentlich wie möglich, eine fast ebenso große Gruppe will sie vor allem schnell hinter sich bringen. Jeder Zehnte erledigt sie auf den letzten Drücker kurz vor der Schulstunde und je sieben Prozent machen sie unregelmäßig, schreiben ab oder lassen die KI für sich arbeiten, wann immer das möglich ist.

Insgesamt haben Schüler deutlich öfter Probleme mit der Hausübung, als von den Eltern wahrgenommen wird. Erste Anlaufstelle zur Lösung ist nämlich vor allem bei den Älteren das Internet oder die KI. Erst danach werden Mitschüler, Freundinnen oder die Eltern um Hilfe gebeten. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen ist hingegen die Mutter die erste Ansprechpartnerin, bei den Jüngeren wird auch noch öfter bei der Hausaufgabe geholfen bzw. kontrolliert.

Völlig unterschätzt wird von den Erwachsenen laut Umfrage außerdem, wie sehr das Smartphone beim Erledigen der Hausübungen ablenkt. Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen gibt an, sich (sehr) oft statt mit der eigentlichen Aufgabe mit Whatsapp, Instagram, YouTube oder TikTok zu beschäftigen. Besonders betroffen sind Schüler mit schlechteren Noten.

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