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"Vergiftungen durch Freizeitdrogen stellen ein zunehmendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Daten auf europäischer Ebene sind weiterhin begrenzt, obwohl Vergiftungs-Informationszentren gut geeignet sind, die Entwicklung der Vorfälle entsprechend zu überwachen", schrieben jetzt Laura Hondebrink vom niederländischen Vergiftungs-Informationszentrum in Utrecht und ihre Co-Autoren, unter ihnen auch Tara Tarif von der Vergiftungsinformationszentrale in Wien (VIZ/Gesundheit Österreich), in "Clinical Toxicology" (doi: 10.1080/15563650.2026.2628073).
Die Wissenschafter analysierten die Daten ihrer Einrichtungen für die Jahre 2021 bis 2024. "Es wurden Fälle mit elf verschiedenen Drogen (Amphetamin, Kokain, Delta-9-Tetrahydrocannabinol/THC, Gamma-Hydroxybutyrat/GHB, Heroin, Ketamin, LSD, zwei Substanzvarianten von Metamphetamin, Poppers und Psilocybin; Anm.) eingeschlossen", stellten die Fachleute fest. Die jährlichen Vergiftungsraten wurden im Verhältnis zu allen Vergiftungsfällen berechnet und die Trends mittels linearer Regression analysiert.
Von 2021 bis 2024 wurden in den sechs Zentren insgesamt 1.051.287 Vergiftungsfälle registriert, davon 23.779 (2,3 Prozent) im Zusammenhang mit Drogenkonsum. Die Rate der Fälle von Drogenkonsum (Freizeitkonsum; Anm.) stieg von 1,8 Prozent (4.581 Fälle) im Jahr 2021 auf 2,6 Prozent (7.229 Ereignisse) im Jahr 2024. Dies sei "hauptsächlich bedingt durch die Zunahmen in Österreich, Freiburg und dem Vereinigten Königreich" gewesen, so die Autoren der Studie.
Die Vergiftungsinformationszentrale in Wien wies allerdings in dem Vergleich der sechs Institutionen jeweils die niedrigsten Werte auf. "Die Raten (Vergiftungsfälle durch Freizeitkonsum als Anteil aller registrierten Vergiftungen; Anm.) lagen 2021 zwischen 1,3 Prozent (Österreich) und 2,8 Prozent (Niederlande) und 2024 zwischen 1,9 Prozent (Österreich) und 3,6 Prozent (Freiburg)", so die Wissenschafter.
Sieht man sich die Tabellen und Grafiken in der Studie an, zeigt sich der größte Anteil von Vergiftungen durch Freizeitdrogen-Gebrauch in den Niederlanden mit 2,8 Prozent an allen gemeldeten Intoxikationen im Jahr 2021. Das stieg auf 3,4 Prozent im Jahr 2024 an. In Österreich mit im Vergleich geringsten Anteilen zeigte sich die Entwicklung eben mit einem Ausgangswert von 1,3 Prozent (317 von 23.590 Fällen) im Jahr 2021 auf 1,9 Prozent (627 von insgesamt 32.244 Fällen) im Jahr 2024.
THC war in allen Zentren die Substanz, die am häufigsten mit Intoxikationen im Freizeitkonsum registriert wurde. Im Jahr 2024 lag der Anteil des Cannabis-Inhaltsstoffs an allen gemeldeten Vergiftungen zwischen 0,33 Prozent in Schweden und 1,17 Prozent in Freiburg in Deutschland.
Zwischen 2021 und 2024 stiegen diese Anteile in Österreich (0,34 Prozent auf 0,54 Prozent) und in Freiburg (0,38 Prozent auf 1,17 Prozent) statistisch signifikant an. Auf niedrigem Zahlenniveau kam es laut der Daten der österreichischen VIZ zwischen 2021 und 2024 auch zu einem Anstieg der gemeldeten Intoxikationen mit Ketamin (18 auf zuletzt 51 Fälle), mit einem Anteil von zunächst nur 0,08 Prozent und schließlich 0,16 Prozent im Jahr 2024.
ZU APA-TEXT CI - -THEMENBILD - Im Bild schnupft ein Süchtiger Kokain (Archivbild 24.06.2009; gestellte Szene). Die Raver-Szene in Österreich ist wieder im Aufwind. Etwa jeder zehnte Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren zählt sich dazu. Illegale Rave-Partys, wo verschiedenste Drogen konsumiert werden halten im Osten Österreichs die Polizei im Atem. Anzeigen im Bereich der Drogenkriminalität hat sich im Jahr 2009 um ca. 13,4 Prozent gesteigert. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER





