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Lungenkrebs-Therapie - Boehringer Ingelheim fördert CD-Labor in Graz

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++ ARCHIVBILD ++ Krebs soll für Immunsystem leichter sichtbarer werden
©APA, dpa, Felix Hörhager
Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) - der häufigsten Form von Lungenkrebs - kommt es trotz zielgerichteter Behandlungen und Immuntherapien häufig zu Rückfällen. An der Med Uni Graz wurde ein neues Christian Doppler-Labor eingerichtet, das sich der Entwicklung neuartiger Therapien widmet. Finanziell unterstützt wird es vom Wirtschaftsministerium (BMWET) und dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Am Dienstag wurde das Labor eröffnet.

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Geleitet wird das Labor von den beiden Experten Michael Dengler und Philipp Jost, die mit ihrem Team daran arbeiten, den Kampf gegen NSCLC auf eine neue Ebene zu heben. Sie suchen nach Möglichkeiten, den sogenannten immunogenen Zelltod auszulösen - einen Mechanismus, der es dem Immunsystem erleichtert, Tumorzellen zu erkennen und gezielt anzugreifen.

Unser Körper besitzt ein faszinierendes Schutzsystem: Zellen, die beschädigt sind oder nicht mehr gebraucht werden, schalten sich selbst ab. Das ist ein wichtiger Mechanismus, um den Organismus gesund zu halten. In einigen Fällen geht dieses "Selbstzerstörungsprogramm" noch einen Schritt weiter. Beim sogenannten immunogenen Zelltod senden sterbende Zellen Alarmsignale aus, die das Immunsystem auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Diese besondere Form des Zelltods steht im Mittelpunkt des neuen CD-Labors, wie die Medizinische Universität Graz informierte. Das Labor befindet sich am Campus der Med Uni in der Medical Science City Graz.

"Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sind diese Mechanismen häufig ausgeschaltet. Dadurch kann der Tumor unbemerkt vom Immunsystem wachsen", erklärte der Grazer Onkologe Philipp Jost. Er leitet gemeinsam mit dem Molekularbiologen Michael Dengler das CD-Labor. Ihr Ziel ist es, Krebszellen so zu manipulieren, dass sie vom Immunsystem leichter erkannt und bekämpft werden können. "Gelingt das, könnten bestehende Krebstherapien deutlich wirksamer werden", betonte Dengler.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein tiefes Verständnis der Abläufe im Inneren der Krebszelle notwendig. Hier setzt die Forschung des Grazer Teams an. Sie untersuchen die biologischen Mechanismen, die bestimmen, wie und wann Lungenkrebszellen sterben, wie die beiden Wissenschafter erklärten. Die Hoffnung: Langfristig könnten ihre Erkenntnisse die Überlebenschancen und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten verbessern.

Das Christian-Doppler-Labor wird über sieben Jahre mit 3,2 Millionen Euro finanziert. Die Investition tragen die öffentliche Hand und Boehringer Ingelheim zu gleichen Teilen. Das Pharmaunternehmen steuert von Österreich aus seine globale Onkologie-Forschung.

ARCHIV - 17.06.2010, Bayern, München: Ein Arzt zeigt auf ein Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge. (zu dpa: «Kostenloser Lungenkrebs-Check für starke Raucher ab April») Foto: Felix Hörhager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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