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Unis wollen schrittweise gesamte Lehrerausbildung übernehmen

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Lehrerausbildung bleibt umstritten
©APA, THEMENBILD, PATRICK PLEUL
Die Unis wollen schrittweise die Ausbildung aller Lehrer übernehmen - diese Forderung hat die Universitätenkonferenz mehrfach erhoben. Nun hat sie ein Konzept für "Schools of Education" entwickelt und den betroffenen Ministerien übermittelt. Darin schlägt sie eine schrittweise Übernahme vor: Zunächst soll die komplette Ausbildung für die Sekundarstufe Allgemeinbildung an die Unis wandern, dann Fort- und Weiterbildung, am Schluss eventuell auch Berufsbildung und Volksschule.

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Derzeit werden Lehrerinnen und Lehrer für die Altersgruppe sechs bis zehn Jahre (Volksschule) sowie die Pädagogen für den berufsbildenden Unterricht an Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bzw. für Berufsschulen ausschließlich an Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet. Die Ausbildung für Lehrer der "Sekundarstufe Allgemeinbildung" teilen sich Unis und Pädagogische Hochschulen hingegen in sogenannten Verbünden - wobei die Unis ihren Angaben nach hier je nach Fachrichtung zwischen 70 und 85 Prozent der Lehre tragen.

Im Regierungsprogramm ist zwar vage von der Schaffung von "Schools of Education" die Rede. Wer diese tragen soll und wie diese aussehen sollen, steht aber nicht fest. Vielmehr wurde die Frage der Lehrerausbildung sogar aus dem gerade gestarteten Prozess zur "Hochschulstrategie 2040" ausgegliedert. Neben den Unis haben nämlich zuletzt umgekehrt auch die PHs ihr Interesse angemeldet, die komplette Lehrerausbildung zu übernehmen.

Das Konzept der Universitätenkonferenz (uniko) sieht vor, dass jede Uni, die bereits jetzt in der Lehrerausbildung für die Sekundarstufe in den Verbünden engagiert ist und Lehrpersonal ausbildet, eine eigene Organisationseinheit schafft, in der die Agenden des Lehramts zusammenlaufen und universitätsweit koordiniert werden. In diese "Schools of Education" sollen auch die derzeit an den PH tätigen Personen zugeordnet werden, die bisher schon ihre Lehre weitgehend im gemeinsamen Studium erbracht haben.

In jenen Bundesländern, in denen es keine Volluniversitäten gibt, sollen Zweigstellen der Universitäten gegründet oder eine Kooperation mit PHs vor Ort weitergeführt werden. Eng zusammengearbeitet werden soll mit den privaten, vor allem kirchlichen PH und eventuell auch Privatuniversitäten - jeweils unter Führung der öffentlichen Unis. Unter anderem sollen dabei auch Gebäude und Infrastruktur der derzeitigen PH genutzt und in einem bestimmten Ausmaß das PH-Lehrpersonal übernommen werden.

Zu den "Verlierern" des Modells würde neben den PH das Bildungsministerium zählen. Dieses kann derzeit über die PH - diese sind nachgeordnete Dienststellen des Ministeriums - Einfluss auf Lehrerausbildung und vor allem die Fort- und Weiterbildung nehmen. Ihm sollen im uniko-Modell Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden, indem es mit dem Wissenschaftsministerium die Leistungsvereinbarungen der Unis im Bereich Lehrerbildung abstimmen dürfen soll. Außerdem argumentiert die uniko, dass "im Universitätsmodell die Lehrer:innen nach Maßgabe der Universitätsautonomie gebildet und ausgebildet werden. Das erhöht die Resilienz des Bildungssystems insgesamt und ist eine wesentliche Maßnahme zur Stärkung der Demokratie."

Mit dem Modell würde einerseits die Mehrgleisigkeit in der Lehrerbildung beendet und damit Geld eingespart, argumentiert man bei den Unis. "Der Ausbau von bestehenden Strukturen ist, verglichen mit der Schaffung neuer Organisationen, kostengünstiger und bringt qualitative Vorteile. Wenn alles unter einem Dach ist, verbessert dies die Personalplanung, ermöglicht besser abgestimmte Stundenpläne und vermeidet Reibungsverluste." Im Bildungsministerium spare man außerdem Verwaltungskapazitäten für die PH. Durch die forschungsgeleitete Fort- und Weiterbildung des Lehrpersonals sei "außerdem gewährleistet, dass die Weitergabe neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und technologischer Fortschritte möglichst ohne Zeitverzögerung in den Schulen ankommt".

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