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Uni Wien kompensiert Teil ihrer CO2-Emissionen mit Regenwald-Projekt

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Wiederbewaldung im Umfeld der österreichischen Tropenstation La Gamba
©CHRISTIAN MÜLLER, APA
Die Universität Wien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Ausgehend von ihrer Treibhausgasbilanz 2019 (50.100 Tonnen CO2) will sie mit verschiedenen Maßnahmen ihre Emissionen um rund zwei Drittel senken. Der nicht vermeidbare Rest-Fußabdruck von 17.500 Tonnen CO2 soll durch Investitionen in uni-eigene, wissenschaftsnahe Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Mit dem "Regenwald der Universität Wien" in Costa Rica wird nun ein erstes Vorhaben realisiert.

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Unter anderem durch verschiedene Energieeffizienzmaßnahmen, Emissionsreduktionen aus Dienstreisen und nachhaltigem Materialeinsatz will die Uni Wien bis 2030 rund 32.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. "Mit dem Ziel Klimaneutralität setzen wir alle technisch, organisatorisch und wirtschaftlich realisierbaren Reduktionsmaßnahmen um. Dennoch bleibt ein nicht vermeidbarer Rest-Fußabdruck, der bei rund einem Drittel der ursprünglichen Emissionen liegt", sagte Vizerektor Nikolaus Hautsch gegenüber der APA. Durch die von der Universität Wien geführte Tropenforschungsstation La Gamba habe man "die einzigartige Chance, Kompensation nicht nur durchzuführen, sondern gleichzeitig auch zu erforschen und in laufende Projekte zu Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit zu integrieren".

Ein erstes Klimaschutz-Projekt wurde mit dem "Regenwald der Universität Wien" vom Universitätsrat genehmigt. Ziel ist die Wiederbewaldung abgeholzter Flächen im Umfeld der Tropenforschungsstation La Gamba.

Die österreichische Forschungsstation im Südwesten Costa Ricas besteht seit mehr als 30 Jahren und wird von einem Uni Wien-nahen Verein getragen. Wissenschafter verschiedener Fachrichtungen sowie deren Studenten nicht nur aus Österreich, sondern aus der ganzen Welt nutzen sie für Forschungsprojekte, Exkursionen und Studienreisen, u.a. zu den Themenbereichen Tropenökologie, Biodiversität, Naturschutz und nachhaltige Landnutzung.

Die Tropenstation bemüht sich zudem seit Jahren in enger Abstimmung mit dem Verein "Regenwald der Österreicher" Flächen in der Region aufzukaufen, um intakte Wälder zu schützen bzw. bisher landwirtschaftlich genutzte oder brachliegende Flächen wieder zu bewalden. Durch Spendengelder konnten so seit Anfang der 1990er-Jahre über 4.500 Hektar freigekauft werden.

Ein Ziel dabei ist, mit dem "Biologischen Korridor La Gamba - COBIGA" die Tieflandregenwälder um die Forschungsstation am Pazifik mit den Bergregenwäldern im Landesinneren zu verbinden. "Der Regenwald der Universität Wien ist ein weiterer großer Schritt für die Realisierung der biologischen Korridore in Costa Rica", erklärte der Co-Leiter der Tropenstation, Anton Weissenhofer, gegenüber der APA.

Das Projekt "Regenwald der Universität Wien" befinde sich noch in einer frühen Planungs- und Aufbauphase, hieß es auf Anfrage der APA seitens der Uni. Aktuell würden etwa Sondierungen geeigneter Flächen für Grundstücksankäufe laufen. Diese sollen dann mit autochthonen Baumarten wiederbewaldet werden und langfristig für Forschung und Lehre zur Verfügung stehen. Kohlendioxid werde dadurch "ökologisch hochwertig gebunden", betonte Weissenhofer.

Um Erfahrung zu sammeln, wird das Projekt schrittweise umgesetzt, und eine Ausweitung erst nach Evaluierung der ersten Umsetzungsphase erfolgen. Im Vollausbau sollen damit jährlich rund 4.500 Tonnen CO2 kompensiert werden - das wäre rund ein Viertel der nicht vermeidbaren Restemissionen der Universität Wien. Den dafür erforderlichen Flächenumfang beziffert die Universität - basierend auf konservativen Annahmen zur CO2-Speicherleistung pro Hektar - im Bereich mehrerer hundert Hektar.

Neben dem Regenwald-Projekt prüft die Universität weitere forschungsnahe Ansätze zur Bindung von Treibhausgasen. So befindet sich das Projekt "Klimamoor" in einer internen Vorbereitungsphase. Dabei geht es um die Wiedervernässung von Feuchtgebieten in Österreich.

(SERVICE - Regenwald der Uni Wien: https://go.apa.at/i4XkVJVi ; Tropenstation: http://www.lagamba.at )

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