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Anstatt die bestehenden Herausforderungen im Bildungssystem bei der Wurzel zu packen, verliere sich Wiederkehr "zunehmend in Symbolpolitik", attackierte Wolf in seiner weiteren Funktion als Obmann des Tiroler ÖVP-Bundes AAB den Minister. Er forderte einen breiten Dialog: "Was es jetzt braucht, sind ehrliche Fachgespräche zwischen allen Beteiligten im Bildungsbereich und keine einseitigen Schnellschüsse aus dem Ministerium."
Wolf warf sich jedenfalls vehement für Latein in die Bresche: "Sprache schafft Identität. Sprache ist Kultur. Und unsere kulturelle Identität ist Europa. Latein ist tief in nahezu allen europäischen Sprachen verwurzelt. Es ist eine unverzichtbare Grundlage für das Verständnis von Philosophie, Literatur, Geschichte und Politik." Die kulturelle Identität sei "kein Nebenthema, sondern das Fundament", meinte der ÖVP-Politiker, der laut eigenen Angaben selbst in Latein und Altgriechisch maturierte. Latein habe auch praktische Relevanz bei zahlreichen Studienrichtungen und Berufsfeldern: "Von Medizin, Pharmazie und Jus über Geschichte und Philosophie bis hin zu Musikwissenschaft, Anglistik oder Vergleichender Literaturwissenschaft reicht die Liste jener Fächer, in denen Lateinkenntnisse erforderlich sind. Das zeigt klar: Latein ist keine Nische, sondern Bildungsrealität."
Ein bloßes Umschichten von Unterrichtsstunden zwischen Fächern sei keine echte Reform. "Die digitale Revolution samt künstlicher Intelligenz muss fächerübergreifend gedacht werden, aber ohne dabei bewährte Bildungsfundamente zu beschädigen", spielte der ÖVP-Klubobmann auf die Pläne Wiederkehrs an, im Gegenzug zur Kürzung der Stunden bei Latein bzw. der zweiten lebenden Fremdsprache dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) mehr Raum im Unterricht zu geben.
++ THEMENBILD ++ Ein Detail am Umschlag eines Lateinisch - Deutsch Wörterbuches fotografiert am 4. Februar 2026. Zur Zeit wird ein Abbau der Stunden für Latein zugunsten anderer Fächer disktuiert.






