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Social Media Nutzung verstärkt Körperunzufriedenheit

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Social Media verstärkt Druck und Unsicherheit
©HELMUT FOHRINGER, APA, Themenbild
Soziale Medien prägen den Alltag und das Körperbild junger Menschen. Intensive Social Media-Nutzung verstärkt Körperunzufriedenheit und belastet das Wohlbefinden. Workshops in Museen sollen gezielt dagegen setzen und Jugendliche im Umgang stärken. In Wien nahmen daran bereits knapp 900 junge Menschen teil. Das Projekt sei eine "ganz starke Möglichkeit, um das Selbstvertrauen junger Menschen zu stärken", sagte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Freitag.

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Seit dem Beginn der Corona-Pandemie führt die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) regelmäßig Umfragen zur Gesundheitsförderung durch. Die jüngsten Daten zeigen, dass sich fast jede zweite junge Person (45 Prozent) durch Beiträge in sozialen Medien unter Druck gesetzt fühlt, den eigenen Körper verändern zu müssen, erläuterte GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann bei der Pressekonferenz in der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 30 Prozent der jungen Menschen meinen, dass sie sich auf Bildern mit einem Filter schöner finden, bei den jungen Frauen waren es gar 45 Prozent. Unter den rund 1.000 Befragten waren 129 Personen zwischen 16 und 25 Jahre alt - aufgrund der geringen Stichprobengröße liegt die Schwankungsbreite bei acht Prozent.

Das Schönheitsideal korreliert mit der Dauer der Nutzung sozialer Medien. Laut Ostermann denken fünf Prozent jener jungen Menschen über Schönheits-OPs oder Eingriffe nach, die täglich weniger als zwei Stunden auf TikTok und Co. verbringen. Bei den 16 bis 25-Jährigen, die mehr als zwei Stunden jeden Tag online sind, sind es gar 31 Prozent. "Das ist ein sehr, sehr deutliches Ergebnis. Wir sprechen nicht über Randphänomene, sondern über ein gesellschaftliches Thema", konstatierte Ostermann.

Genau hier setzt das Präventions- und Kunstvermittlungsprojekt "YOUareART - Ungefiltert schön" an und zeigt, wie Jugendliche lernen können, mit diesen Einflüssen umzugehen. Im Zentrum stehen Workshops in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und in der Heidi Horten Collection. Jugendliche setzen sich dort gemeinsam mit Psychologinnen und Kunstvermittelnden mit historischen und aktuellen Schönheitsidealen auseinander - und bringen diese mit ihrer eigenen Lebensrealität in Verbindung.

Ein wesentliches Element der Workshops ist der Einsatz von Augmented Reality: Mit einer App werden gängige Beauty-Filter auf klassische Kunstwerke gelegt, die Gemälde sind dann nicht mehr erkennbar. So zeigt sich bei Rembrandts Bildnis einer jungen Frau von 1632, dass alle Eigenheiten des Porträts - Ausdruck, Haltung, Stimmung - verschwinden. "Das war sehr interessant", berichtete eine Schülerin des Neustiftgymnasiums, die am Dienstag den Workshop absolviert hat. Das Projekt habe auch gezeigt, "dass das Schönheitsideal von heute zum großen Teil nur noch digital in Realität gesetzt werden kann", berichtete ein Schüler.

Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen, die den Workshop absolviert haben, nutzen soziale Medien täglich, mehr als 40 Prozent sogar fast den ganzen Tag. Die Jugendlichen wissen, dass gefilterte Bilder nicht real sind und empfinden echte Menschen oft sogar als schöner. Dennoch erleben sie einen starken Druck, diesen Idealen zu entsprechen.

Bis Ende Juni werden rund 1.000 weitere Jugendliche an Workshops in der Heidi Horton Collection sowie in der Akademie der bildenden Künste teilnehmen. Diese Workshops bis zum Schulschluss sind bereits fix gebucht, im Herbst soll es dann wieder weitergehen. Das Projekt soll künftig auch auf weitere Museen in Österreich ausgeweitet werden, so soll es etwa im nächsten Jahr im Lentos Kunstmuseum in Linz starten. In einer ersten Befragung im Rahmen der Evaluation berichteten Absolventen des Workshops, dass sie Schönheitsideale nun bewusster hinterfragen und den Einfluss von Social Media kritischer reflektieren. Viele gaben an, dass ihnen besonders die Gegenüberstellung von historischen Kunstwerken und digitalen Filtern in Erinnerung bleibt. "41 Prozent der Jugendlichen waren das erste Mal im Museum", berichtete Hilde Wolf, Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums FEM Süd. "Viele Jugendliche haben mit den Museen auch einen neuen Ort entdeckt, an dem sie willkommen sind", sagte sie.

"YOUareART verbindet Gesundheitsförderung mit Kunst", sagte Schumann. Bei der Pressekonferenz waren zahlreiche Jugendliche anwesend. "Ihr müsst euch nicht verändern, so wie ihr seid, seid ihr richtig", beschied ihnen die Gesundheitsministerin.

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