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Da seine seit 2012 regierende Serbische Fortschrittspartei und ihre Koalitionspartner die Mehrheit im Parlament stellen, dürfte das Vorhaben umsetzbar sein. Tatsächlich dürfte es Vučić wohl darum gehen, den Widerstand staatlicher Universitäten, die seit Ende 2024 die Studentenproteste und ihr Ringen um Rechtsstaatlichkeit unterstützen, zu brechen.
Besonders unbeliebt bei den Behörden ist dabei der Rektor der Belgrader Universität, Vladan Djokic. Es wird gemutmaßt, dass sich der frühere Dekan der Fakultät für Architektur bei Wahlen um einen politischen Posten bewerben könnte. Weder Djokic noch Vertreter der Studenten haben sich jedoch bisher zu den Gerüchten geäußert.
"Mir ist es völlig egal, wie sehr Djokic und alle anderen dagegen (Hochschulreform, Anm.) protestieren werden", sagte Vučić im Interview mit dem regierungsnahen TV-Sender Prva. Wie genau die Reform der Hochschulen aussehen soll, präzisierte Vučić indes nicht. Jedenfalls wolle er Kindern aus einem schwächeren sozioökonomischen Umfeld den Zugang zu besseren Universitäten ermöglichen. Laut einer Studie des Center for World University Rankings (CWUR) belegt die Belgrader Universität heuer den 387. Platz unter den weltweit besten Universitäten.
Der Versuch politischer Einflussnahme auf staatliche Universitäten ist in Serbien nichts Neues. So wurde im Oktober 2025 in der südserbischen Stadt Nis eine Fakultät der Serbischen Studien eröffnet. Diese konnte den Unterricht bis dato jedoch noch nicht aufnehmen. Geplant war die Institute der dortigen philosophischen Fakultät für serbische Sprache, Geschichte und russische Sprache samt Studenten und Professoren der neuen Fakultät anzuschließen. Aufgrund des Widerstandes der Professoren und der betroffenen Studenten wurden die Pläne allerdings bis heute nicht umgesetzt. Die philosophische Fakultät unterstützte Ende 2024 als eine der landesweit ersten Fakultäten die demonstrierenden Studenten.
Serbien steckt seit November 2024 in einer tiefen politischen Krise. Diese war durch den Einsturz eines Bahnhofsvordaches in der Stadt Novi Sad ausgelöst worden, bei dem am 1. November 2024 16 Personen ums Leben kamen. Der Unfall wird in der Öffentlichkeit auf weitverbreitete Korruption zurückgeführt.
Studenten und Anhänger der Opposition mobilisieren bereits im Vorfeld der bevorstehenden Wahlen. Sie sollen laut Vučić in drei bis vier Monaten stattfinden. Für Freitag ist erneut eine Großkundgebung in Novi Sad geplant.
Vučić will unterdessen seine Anhänger Ende nächster Woche bei einer dreitägigen Kundgebung im Belgrader Stadtzentrum versammeln. Wie auch bei vergangenen Regierungsveranstaltungen wird die Anreise aus allen Landesteilen organisiert und für die Teilnehmer der Kundgebung kostenlos sein. Bereits bei einer Wahlkampfveranstaltung im Zuge der Kommunalwahlen im März 2026 berichtete der regierungskritische TV-Sender N1 über "Statisten", die für ihre Präsenz bei einer Veranstaltung zwischen 3.000 und 4.500 Dinar (25,56 bis 38,33 Euro) bekommen haben sollen.
Riot police chase demonstrators during sporadic clashes that erupt at the end of an anti-government protest decrying corruption and calling for early elections following the collapse of a railway station canopy in Novi Sad that killed 16 in November 2024, in central Belgrade on May 23, 2026. (Photo by Andrej ISAKOVIC / AFP)






