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Chaoten hatten den Protestmarsch von Tausenden friedlichen Demonstranten mit ihren Gewaltaktionen überschattet. Sie rissen Pflastersteine aus dem Boden und schmissen zahlreiche Schaufenster ein. Die Polizei setzte Tränengas und am Abend auch Wasserwerfer ein. Nach Angaben der Polizei waren 20.000 Menschen auf der Straße, die Organisatoren sprachen von 60.000.
Evian liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf unter dem Motto "No G7" an. Der Protestzug verlief bis zum späten Nachmittag entlang der genehmigten Route. Es gab zunächst keine Anzeichen von Konfrontation. Dann brannte doch ein Auto. Viele Plakate richteten sich gegen US-Präsident Donald Trump. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und war entlang der Route kaum zu sehen.
Genf fürchtete Ausschreitungen in Erinnerung an verheerende Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Genfer Geschäftsleute und Hoteliers verriegelten seit Tagen ihre Schaufenster mit Sperrholz.
Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Die Genfer Polizei hat Verstärkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen überall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.
Bei strahlendem Sonnenschein sammelten sich am Treffpunkt in einem Park direkt am Genfersee nach ersten Schätzungen mehrere tausende Menschen mit Plakaten. Viele Teilnehmer trugen Palästinenserfahnen. Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 verschiedenen Gruppen organisiert, darunter auch Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein "revolutionärer Block", wie eine Sprecherin vorher angekündigt hatte.
Die "No G7"-Koalition protestierte laut einem Manifest gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten.
Die G7 erwähnen sie auch. Das sei eine "illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht". Dort fällten "Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung."
