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Schülerlaptops gibt es künftig erst in der 6. Schulstufe

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Verschiebung um ein Jahr spart 30 bzw. 50 Millionen Euro
Ab Herbst 2027 bekommen Schülerinnen und Schüler ihre günstigen Laptops und Tablets erst ab der 6. Schulstufe, das ist ein Jahr später als bisher. Damit werden 30 Mio. Euro im Jahr 2027 und 2028 50 Mio. pro Jahr eingespart, geht aus den Budgetunterlagen hervor. Sparen muss das Bildungsressort auch bei Förderungen und in der Verwaltung. Für Offensivmaßnahmen v.a. bei Kindergärten, Inklusion und Ganztagsschulen gibt es in den nächsten zwei Jahren weitere 340 Mio. Euro.

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Die Umstellung der seit 2020 laufenden Geräteinitiative will Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) nicht nur im Zusammenhang mit dem Sparbudget der Bundesregierung sehen. Es gehe dabei auch um "mehr Fokus auf Qualität in der Digitalisierung", betonte er in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Die Kinder sollten die Geräte dann erhalten, wenn sie diese bestmöglich nutzen können. "Dafür brauchen sie zunächst starke Grundlagen in Lesen, Schreiben, sozialer Interaktion und Konzentrationsfähigkeit."

Die 5. Schulstufe sei eine wichtige Phase für den Aufbau der Klassengemeinschaft und digitale Geräte können diesen Prozess erschweren, verwies das Ministerium auf internationale Studien. Schüler verbringen demnach 40 Prozent der Unterrichtszeit am Laptop mit irrelevanten Aktivitäten wie Spielen oder Social Media, vor allem bei Jüngeren können die vielen Reize digitaler Medien die Konzentration und das Lernen behindern. "Eine gesunde Integration von Technologie in das Leben von Kindern, insbesondere im Unterricht, hängt stark vom Alter der Kinder ab", wurde auch Gesundheitspsychologe Oliver Scheibenbogen zitiert. Zuerst sollten bei den Kindern Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und soziale Fähigkeiten stabil entwickelt sein. Erst später würden sie von digitalen Lernformen profitieren.

Die für die Umstellung notwendige Gesetzesänderung soll im Herbst beschlossen werden. Wer im kommenden Schuljahr (2026/27) in die Mittelschule oder AHS wechselt, bekommt sein Schülergerät also noch im zweiten Halbjahr der ersten Klasse. Das Fach Digitale Grundbildung bleibt auch danach weiter "fest im Unterricht verankert", betonte das Ministerium. Derzeit ist dafür in der Mittelschule bzw. AHS-Unterstufe eine Wochenstunde pro Jahr reserviert, ab 2027/28 kann die Schulleitung selbst über die Verteilung auf die vier Jahre entscheiden.

Insgesamt muss das Bildungsressort laut Doppelbudget in den kommenden beiden Jahren 33,4 bzw. 55,5 Mio. Euro zur Budgetkonsolidierung beitragen. Ein Teil davon (1,3 Mio. im Jahr 2027 und 2,3 Mio. im Jahr 2028) entfällt auf Änderungen oder Streichungen von Projektförderungen im Rahmen der Fördertaskforce. Insgesamt liegen im entsprechenden Fördertopf 58,2 bzw. 56,96 Mio. Euro, davon sind allerdings 22 Mio. für den "Marktplatz Lernapps" und eine Initiative für Mental Health reserviert.

Von den Personaleinsparungen, die im Zuge einer Effizienzsteigerung in der Bundesverwaltung angekündigt wurden, ist das Bildungsministerium grundsätzlich ausgenommen. Dort entfallen 84 Prozent des Budgets von heuer 12,55 Mrd. Euro auf die Bundeslehrerinnen und -lehrer (AHS, Berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS) und Pflichtschullehrkräfte (v.a. Volks- und Mittelschulen). In der Verwaltung soll allerdings weiter gespart werden: Im Ministerium wird etwa nur jede dritte Planstelle nachbesetzt und auch bei Werkleistungen wie Studien, Coachings oder Druckkosten bleibt der Sparstift angesetzt.

Insgesamt soll das Bildungsbudget 2027 auf 12,86 und 2028 auf 12,94 Mrd. Euro steigen. Das vergleichsweise große Plus 2027 um 313 Mio. Euro liegt neben den weiter steigenden Schülerzahlen, Gehaltserhöhungen und Offensivmaßnahmen wie mehr Personal in der Schulpsychologie oder dem Chancenindex, über den Schulen mit Klientel mit besonders viel Förderbedarf mehr Unterstützung bekommen, auch an Einmalzahlungen aufgrund einer Dienstrechtsnovelle aus 2023. Hintergrund ist ein EuGH-Urteil zur Beseitigung von Altersdiskriminierung. Von 2027 auf 2028 steigt das Budget dann "nur" um 81,6 Mio.

Zusätzlich bekommt das Bildungsministerium - wie schon länger bekannt war - für 2027 130 Mio. und 2028 210 Mio. Euro für gezielte Bildungsoffensiven. Gemeinsam mit schon davor fixierten Offensivmitteln von je 310 Mio. Euro (u.a. für Ausbau und Qualitätsverbesserung in Kindergärten, Deutschförderung, Chancenbonus, Mittleres Management) stehen dem Ressort für die kommenden beiden Jahre 440 bzw. 520 Mio. für ausgewählte Initiativen zur Verfügung. Das frische Geld soll schwerpunktmäßig etwa in das angekündigte zweite Pflichtkindergartenjahr sowie kleinere Gruppen und besser ausgebildetes Personal in den elementarpädagogischen Einrichtungen fließen. Bei den Ganztagsschulen wird laut Plan das Angebot ausgebaut und eine bundesweite Lösung für den Einsatz von Freizeitpädagoginnen und -pädagogen geschaffen.

Als weitere Priorität festgehalten ist ein verbessertes Schulangebot für Kinder mit Behinderung, sie sollen auch einen Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr bekommen. Der Ausbau der Schulpsychologie soll unterdessen weitergehen, hier sind in den kommenden Jahren 92 zusätzliche Posten geplant. Um die steigenden Preise zu bewältigen, bekommen die Bundesschulen außerdem zusätzliche 8,3 Mio. Euro für Sachaufwand. Damit bekommen sie unter diesem Titel laut Ministerium künftig insgesamt 327,6 Mio.

An den Kindergärten und Schulen wird über das Sportbudget auch - wie im Regierungsprogramm angekündigt - die "Tägliche Bewegungseinheit" ausgebaut. 2027 gibt es zusätzliche zehn Mio. und in den Folgejahren jeweils 15 Mio. für ergänzende Bewegungsangebote von Sportvereinen. Aus dem Frauen- und Wissenschaftsministerium kommen pro Jahr fünf Mio. Euro Offensivmittel für Lebenslanges Lernen, von Angeboten zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses bis zur Lehre mit Matura.

Schüölerinnen un d Schüler mit Laptops in einer Schule in Wien vor einem Besuch von Regierungsmitgliedern unter dem Titel "Start für die Laptop- und Tabletklassen" am Mittwoch, 23. Juni 2021.

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